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14. April 2014

Ein Joint in Ehren

Schweizer Politiker und Prominente sprechen erstaunlich offen über ihren Cannabiskonsum. Die besten Aussagen und Bekenntnisse im Überblick. Das Interview mit dem Experten finden Sie rechts.

Kiffen ist in der Schweiz illegal. Wer trotzdem Gras raucht und dabei erwischt wird, muss jedoch nicht mehr mit einer Anzeige rechnen. Seit der Revision des Betäubungsmittelgesetzes zahlen Erwachsene lediglich eine Ordnungsbusse von 100 Franken – sofern sie höchstens zehn Gramm Cannabis mit sich führen.

Gefunden: Hase
Gefunden: Hase

Prominente scheuen sich deshalb nicht mehr, offen zu ihrem Cannabiskonsum zu stehen. Wir zeigen zehn Promis aus Fernsehen, Musik, Sport und Politik, die mindestens ein Mal an einem Joint genuckelt haben.

Cédric Wermuth (Bild: Keystone)
Cédric Wermuth (Bild: Keystone).

Cédric Wermuth, SP-Nationalrat: Der junge, aufmüpfige Aargauer provoziert gerne. In Erinnerung bleibt sein Auftritt an der Delegiertenversammlung der SP 2008, als der damalige Juso-Präsident zum Ende seiner Rede einen Joint anzündete.

Polo Hofer (Bild: Keystone)
Polo Hofer (Bild: Keystone).

Polo Hofer, Musiker: Wird schon mal als Oberkiffer der Nation bezeichnet. In seiner Hymne ans Gras singt er unter anderem «I ha-n-es Bsüechli gmacht, i ha-n-es Chüechli bracht, ha gluegt, dass i nid z spät ytriffe. Wo-ni be ynecho, gits es grosses Hallo, d Stube voll Lüt, und alli kiffe.»

Jan von Arx (Bild: Keystone)
Jan von Arx (Bild: Keystone).

Jan von Arx, Eishockeyspieler HC Davos: In seiner Karriere erlebte der Eishockeyprofi vieles. In seinem Palmares stehen unter anderem fünf Meistertitel mit dem HCD und eine Bronzemedaille an der Junioren-Weltmeisterschaft. Dort steht aber auch eine Sperre von einem halben Jahr: von Arx wurde positiv auf Cannabiskonsum getestet.

Geri Müller
Geri Müller (Bild: zVg).

Geri Müller, Grünen-Nationalrat und Stadtammann Baden: Die «Neue Aargauer Kantizeitung Troubadour» («Nakt») entlockte dem Politprofi eine brisante Aussage! «Ja klar», habe er mit Drogen experimentiert. «Ich versichere: Wir waren damals viel schlimmer, als ihr es seid», sagte Müller, der nach eigenen Aussagen heute noch ein Mal pro Jahr an einem Joint zieht.

Bligg (Bild: Paulo Dutto).

Bligg, Musiker: «Sit ich nümme kiff, hani alles voll im Griff» rappte der Zürcher über seine Drogenvergangenheit . Er wurde von Berner Polizisten bekifft am Steuer erwischt. Für ein Jahr musste er den Fahrausweis abgeben und ist seither sauber. Abgesehen vom vielen Bier, das er jetzt nach eigener Aussage trinkt.

Claudia Weber, Moderatorin «Schweiz aktuell»: Drei Jahre ists her, als die SRF-Mitarbeiterin dem «Blick» ihre Cannabis-Vergangenheit gestand. Gefallen hat es ihr allerdings nicht: «Wie viele Teenager habe ich auch gekifft. Aber ich merkte bald, dass ich aufhören muss. Man wird vergesslich, abgelenkt, zerstreut.»

Melanie Winiger
Melanie Winiger (Bild: zVg).

Melanie Winiger, Schauspielerin und Ex-Miss-Schweiz: Im zarten Alter von 15 Jahren kam die junge Melanie nach Hause und erzählte ihrem Vater, wie in der Schule alle kiffen würden. Laut «20 Minuten» sagte er zu ihr: «Also gut, wenn du unbedingt kiffen willst, machen wir das zusammen.» Der Joint war so stark, dass sie zehn Jahre lang keinen mehr anzündete.

Beat Schlatter
Beat Schlatter (Bild: zVg).

Beat Schlatter, Schauspieler: Auf die Frage von «20 Minuten», wann er zum ersten Mal gekifft hat, antwortete der Zürcher: «Leider erst relativ spät.» Weil kein Geld da war, wurden stattdessen Nielen und Muskatnussschalen geraucht. «Das ist aber nie richtig eingefahren!» Auch später, beim ersten Joint, sei nichts passiert. Dafür dann richtig: Nach den ersten Zügen begannen die Fransen des Spannteppichs in der Wohnung zu tanzen.

Simri-Ramon Buchli
Simri-Ramon Buchli (Bild: zVg).

Simri-Ramon Buchli, Bassist von 77 Bombay Street: «So ein Jointli, das stört doch niemanden. Es gibt Schlimmeres», sagte der Musiker in der SRF-Sendung «Glanz & Gloria» . Seine Aussage bezog der Musiker sowohl auf die Vergangenheit als auch auf die Gegenwart.

Thomas Bickel (Bild: Keystone).

Thomas Bickel, Ex-Fussballnationalspieler: Der Berner Fussballer kickte für Biel, Zürich, GC und Vissel Kobe aus Japan. Ausserdem absolvierte er 52 Länderspiele für die Schweiz. Dass Bickel auch anders kann, wurde unter dem Titel «Kiffer am Ball» in der Zeitschrift «Facts» veröffentlicht: Dort gesteht der Ex-Profi, dass er zu Beginn seiner Karriere ab und zu Cannabis konsumiert habe. Später habe er jedoch die Lust daran verloren und ganz aufgehört.

Autor: Reto Vogt