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03. März 2014

Ei, ei, ei!

Im Garten der «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin sollen Hühner einziehen. Die Planung des Stalls ist abgeschlossen, Diskussionsstoff bietet hingegen noch die Rasse.

Der neue Hühnerstall im Modell
Schon hinter Gittern: Der neue Hühnerstall im Modell.

Das Projekt «Huhn» nimmt Fahrt auf: Drei Hühner sollen demnächst im «Bohnebluescht»-Garten einziehen. Respektive in einen Hühnerhof, schliesslich will ich darüber bestimmen können, welche Salatblättli, Erbsli und Beeri in meinem Töpfchen und welche in ihrem Kröpfchen landen.

Joseph Barbers Einführung in die Hühnerwelt
Joseph Barbers Einführung in die Hühnerwelt.

In den letzten Wochen habe ich mich schlaugemacht über unsere künftigen Mitbewohner. Und weiss jetzt dank der Lektüre des Buchs (Achtung: Schleichwerbung!) «Das Huhn – Geschichte, Biologie, Rassen» von Joseph Barber, dass Hühner alles andere als dumm sind. Hühnerembryos beispielsweise kommunizieren mit ihren Artgenossen schon durch die Eierschale hindurch. Kaum geschlüpft, können sie bereits addieren («ein Würmli für die Mama, ein Würmli für den Papa ...»). Ihre Körpertemperatur wiederum regeln sie via Kehllappen und Kamm – und liegt ihnen ein grösserer Futterbrocken schwer im Magen, fressen sie Steinchen als Zerkleinerungshilfe.

Während ich mich also theoretisch über die weltweit 20 Milliarden (!) Hühner schlaugemacht habe, sind Herzens- und Sohnemann praktisch ans Werk gegangen: Sie haben in Heimarbeit ein Modell unseres zukünftigen Hühnerstalls gebaut. Jetzt geht es im Prinzip nur noch darum, das Modell in die Realität umzusetzen. Dazu habe ich bereits beim Nachbarn zwei Schaltafeln für den Bau der Legenester abgestaubt und auch schon eine Rolle feinen Maschendrahts gekauft. Es fehlen also nur noch ein paar Dachlatten (sag ich, mein Herzensmann sieht das etwas anders), und schon können sie einziehen, unsere neuen Bewohner.

Strupphuhn
Das Strupphuhn
Orpington-Rasse
Die Orpington-Rasse

Wobei, ein kleines Problem stellt sich noch: Wir haben uns noch nicht darauf geeinigt, wer denn überhaupt einziehen soll. Während der Sohnemann Strupphühner («so hääärzig, Mama!») favorisiert, macht sich der Herzensmann für Jersey Giants stark respektive schwer: Bis zu sechs Kilo bringt so ein Riese auf die Waage, kein Wunder, reichen da ein paar Dachlatten nicht)! Und ich? Ich schwanke noch zwischen Wyandotten und Orpingtons, möglichst in Zwergenform. Und das bringt mich zum nächsten Problem: Wo krieg ich überhaupt Hühner her? Poulets gibts in der Migros, aber Lebendhühner?!

Jersey Giant-Huhn
Das Jersey Giant-Huhn
Wyandotte-Huhn
Das Wyandotte-Huhn

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger