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16. September 2013

E-Voting, jetzt!

Soll E-Voting das Abstimmen und Wählen an der Urne ablösen? (Bild: Fotolia)

Am Wochenende ist Abstimmungssonntag.Aber nur noch wenige Bürgerinnen und Bürger nutzen die Möglichkeit, ihren Stimmzettel persönlich in die Urne zu werfen. Viele stimmen heute brieflich ab und die meisten gar nicht. Warum ist das so? Desinteresse? Vielleicht, aber sicher nicht nur. Bestünde die Möglichkeit, im Internet abzustimmen und zu wählen, würde das insbesondere die jungen Menschen animieren mitzumachen. Doch diese Möglichkeit ist in weite Ferne gerückt. E-Voting-Pilotversuche wurden allesamt abgeblasen. Es sei zu gefährlich und zu unsicher. Zwar stimmt es, dass mögliche Datenpannen Wahlresultate nicht infrage stellen dürfen. Das schadet einer Demokratie. Aber machen wir uns nichts vor: Die herkömmliche Stimmabgabe lässt sich wesentlich einfacher manipulieren als E-Voting. Das bewies kürzlich der Ständerat selbst, indem er nach wiederholten Zählpannen ein elektronisches System beschloss, um Fehler auszuschliessen. Es ist höchste Zeit, dass Politikerinnen und Politiker das Internet nicht mehr verteufeln, sondern seine Vorteile sehen. Insgeheim fürchten sie nur, von den jungen «Internetwählern» nicht mehr im Amt bestätigt zu werden. Das Internet ist trotz weniger Zwischenfälle sicher genug für Bankgeschäfte, Steuererklärungen und Kreditkartenzahlungen. Und es ist auch sicher genug für E-Voting.

Hinweis: Die Bundeskanzlei weist darauf hin, dass die E-Voting-Testläufe in der Schweiz nicht abgeblasen wurden. Im Gegenteil durften am 22. September etwa drei Prozent der Stimmberechtigten aus zwölf Kantonen elektronisch abstimmen. Die Tests erfüllten die Anforderungen des Bundes .

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Autor: Reto Vogt