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11. November 2013

E-Polizist zu Diensten

Anzeigen kann man jetzt bequem vom Computer aus einreichen: Sechs Kantone haben einen Online-Polizeiposten eröffnet.

Illustration eines Polizisten mit Tablet
Erspart manchen Weg auf den Posten: www.suisse-epolice.ch

Es ist ärgerlich und belastend, wenn man Opfer einer Straftat wird. Und der Gang auf den Polizeiposten ist zeitraubend. Der aber ist Voraussetzung, dass die Beamten aktiv werden und der Schaden der Versicherung gemeldet werden kann.

Seit vergangener Woche kann man sich diese Mühe sparen: Sechs Kantone haben einen Online-Polizeiposten unter der Adresse www.suisse-epolice.ch eingerichtet. «Auf der Webseite kann man Anzeigen bequem von zu Hause aus, im Büro oder auch unterwegs mit dem Tablet gleich selber ausfüllen, und das jederzeit», sagt Michael Wirz (37), Leiter der Fachgruppe Kommunikation bei der Stadtpolizei Zürich.

Das Angebot gilt vorerst für die mit Abstand häufigsten Delikte: Velo- und Mofadiebstähle, Sachbeschädigungen und Verlust von Kontrollschildern. Auch möglich ist, ein Gesuch für einen Waffenerwerbsschein oder den Vertrag für die Übertragung einer Waffe online einzureichen. Die Bedienung ist einfach, auf der Webseite stehen Formulare bereit, durch die man leicht verständlich geführt wird. Der Online-Polizeiposten steht in den Kantonen Zürich, Bern, Zug, Freiburg, Schaffhausen und St. Gallen zur Verfügung. Im nächsten Frühjahr stösst Neuenburg dazu. «Mittelfristig ist das Ziel, dass alle Kantone mitmachen», sagt Michael Wirz. Ausgeweitet werden soll auch der Katalog der Delikte. «Zum Beispiel auf Diebstahl des Portemonnaies. Der Dienst stösst dort an Grenzen, wo Spuren gesichert werden müssen. Oder wenn Hinweise auf die Täterschaft vorhanden sind. Da bleibt der Gang auf den Posten zwingend», sagt Michael Wirz. Beim Ausfüllen der Formulare wird man automatisch darauf hingewiesen, wann das der Fall ist.

Die am 29. Oktober gestartete Plattform wird rege genutzt: In den ersten sechs Betriebstagen wurden bereits 207 Anzeigen online eingereicht.

Autor: Daniel Schifferle