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13. Februar 2017

E Bueb mit Name Fritz

Das Rössli
Das Rössli von «Choufme Fritzens Fridus Fritz, em Fritzli dr Fritz.»

Mit Fritz war es immer etwas kompliziert. Denn er hiess wie sein Vater, und der hatte schon wie sein Vater, also Fritzens Grossvater, geheissen: Fritz. Fritz Kaufmann. Wir reden hier von Fritz Kaufmann, dem vierten, der in der vierten Generation einen Gasthof nahe dem Dorf führt, in dem ich aufgewachsen bin. Und wie tauften dieser vierte Fritz und seine Elisabeth nun ihren Ältesten? Fritz. Das wäre dann der fünfte.
Ist im Dorf von ihm, dem Jüngsten, die Rede, ergeben sich Wortwechsel wie dieser: «Weisch, Choufme Fritzens Fridus Fritz, em Fritzli dr Fritz.» – «Jää, wele jetz?» – «Dr Choufme Fritz.» Und wenn dann jemand fragt: «Den Fritzli meinst du?», erhält er zur Antwort: «Nein, den Fritz, dänk!» Weil man den Vater im Dorf selbst im Pensionsalter gern noch Fritzli nennt, besteht der Sohn auf Fritz, ohne -li. Ich hatte Sie ja gewarnt, es werde kompliziert.

Bänz Friedli (51)
Bänz Friedli (51) mischt sich ein.

Wir reden nicht von Gotthelfs Zeiten. Sondern von der Gegenwart. Der heutige Wirt, Fritz der Vierte, genannt «Fritzli», wäre scheints gern Pfarrer geworden und nicht Beizer wie sein Vater, Gross- und Urgrossvater. Er habe dann aber doch das «Rössli» übernommen. Nicht, weil er musste. Sondern, weil er als Jüngling sein Flair fürs Wirten entdeckte. Fritz IV. war in der fünften Klasse, als er dank einer neuen Knetmaschine das Züpfebacken entdeckte. Seine Butterzöpfe gelangen auf Anhieb so gut, dass ein Gast ihm als Lob und Preis einen Fünfliber gab. Von da an wollte er nur noch Wirt werden. Und wahrlich, ich sage Ihnen: Seine Züpfesandwiches sind noch heute die feinsten «zäntume».

Bald übernimmt nun Fritz V. den Gasthof. Der lernte zuerst zwar Landmaschinenmechaniker, absolvierte danach aber die Hotelfachschule und ist für die Nachfolge gerüstet. Als ich ihm unlängst begegnete, musste ich die Frage einfach stellen, auch wenn er sie bestimmt längst nicht mehr hören mag. Aber Sie hätten sie auch gestellt, nicht wahr? Ob seine Partnerin und er denn einen allfälligen Sohn … «Nein.» Es werde keinen sechsten Fritz Kaufmann in Folge geben. Der fünfte Fritz verneinte klipp und klar, noch ehe ich die Frage ausformuliert hatte.

Was mich jetzt fast ein wenig schade dünkt. «Wirtshaus zum Rössli, Fritz Kaufmann, seit 1887» – das Schild würde sich doch einfach gut machen! Stattdessen soll dort dereinst der Name Noah Kaufmann zu lesen sein, Liam Kaufmann oder Yannis oder Leon und was der Modenamen mehr sind?! Geht mich überhaupt nichts an, ich weiss. Und vielleicht kommt ohnehin alles anders, und eine Tochter übernimmt die Beiz dereinst in der sechsten Generation … Eine Frieda vielleicht? 

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Website: www.baenzfriedli.ch

Autor: Bänz Friedli

Fotograf: Bänz Friedli