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27. Oktober 2014

Duftorgie im Mondschein

Sie haben ihre Sternstunde, wenn sich der Tag dem Ende neigt: Die nachtaktiven Pflanzen in unseren Gärten. Während ihre tagsüber blühenden Schwestern vor allem optisch um Bestäuber buhlen, bezirzen sie mit ihrem Duft.

a) Bauerntabak (Nicotiana alata): Einjährige Zierpflanze, ca. 90 cm, blüht ab Juli bis zu den ersten Frösten, cremeweiss. Besonderes: Neuere Sorten blühen auch tagsüber, duften aber weniger intensiv.

b) Geissblatt (Lonicera caprifolium): Mehrjähriger, einheimischer Fassadenkletterer, ca. 3 Meter, blüht Mai bis Juni, cremefarben. Besonderes: Die korallenroten, erbsengrossen Beeren sind schwach giftig.

c) Wunderblume (Mirabilis jalapa): Mehrjährige, nicht frostfeste Zierpflanze, ca. 70 cm, blüht Juli bis September, gelb, rot, weiss. Besonderes: teils verschieden gefärbte Blüten auf der gleichen Pflanze (daher auch der Name).

d) Abendlevkoje (Matthiola bicornis): Einjähriges Kreuzblütengewächs, ca. 50 cm, blüht Juli bis Oktober, weiss mit zartem rosa Hauch. Besonderes: weihnachtliches Duftgemisch aus Vanille, Zimt und Nelken.

e) Abendduft-Leimkraut (Silene italica): Mehrjähriges Nelkengewächs, ca. 60 cm, blüht Juni bis September, weiss. Besonderes: Der schwere und süssliche Duft erinnert an Bittermandeln.

f) Gemeine Nachtviole (Hesperis matronalis): Mehrjährige Bauerngartenpflanze, ca. 40 cm, blüht Mai bis Juli, violett. Besonderes: Die veilchenartig duftenden Blüten eignen sich roh oder gezuckert als Beigabe zu Süssspeisen.

g) Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis): Zweijährige, einheimische Staude, ca. 160 cm, blüht Juli bis September, gelb. Besonderes: Das Heilkraut blüht Abend für Abend im Zeitlupentempo auf.

Autor: Almut Berger