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22. Juli 2013

Individuell oder universal? – Düngen als Gewissensfrage

Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin hantiert als Gartensitterin erstmals in ihrem Leben mit einem Dutzend verschiedener Dünger. Und gerät dabei ins Grübeln.

Die volle Düngerdröhnung
Dünger für Balkonpflanzen

Ich sitte zurzeit den Garten der Mutter eines Freundes, die in Südengland weilt, während er (glücklicherweise gartenlos, denn sonst hätte ich jetzt deren drei an der Backe) mit Kind und Kegel nach Kreta entschwunden ist.

Zu betreuen gilt es einen – mehr oder weniger – englischen Rasen, ein paar Beeristräucher, etwas Salat, Fenchel und Rüebli (anders als bei mir schön akkurat in Reih und Glied), ein paar Blumenbeete mit vorwiegend Rhododendron (vor dem Haus) sowie Rosen und Lavendel (hinter dem Haus), diverse mit Diversem bestückte Töpfe auf der Terrasse und – jetzt kommts – eine Unmenge Geranien.

Wie regelmässige Blog-Besucher wissen, sind Geranien meine ganz persönlichen No-go-Pflanzen. Aber was macht man nicht alles für gute Freunde respektive deren Mütter. Und, ich gebs ja zu: Das rund 100-jährige Chalet sieht mit all den roten Geranien auf den Fensterbrettern wirklich prächtig aus.

Damit das auch so bleibt, hat mir besagte Mutter vor dem Abflug eine ellenlange Liste in die Hand gedrückt, auf der minutiös aufgeführt ist, wann was womit zu giessen ist. Und dieses «Womit» hat es in sich: Mehr als ein Dutzend verschiedene Dünger umfasst die Liste, neben dem universalen Universaldünger natürlich Geraniendünger, aber auch Rasendünger, Kräuterdünger, Tomatendünger, Rosendünger, Orchideendünger, Kakteendünger, Zitruspflanzendünger, Blumenzwiebeldünger sowie Bonsaidünger und das in allen Variationen: flüssig und in Granulatform, langzeitlich und kurzzeitlich, organisch, mineralisch, biologisch, natürlich.

Ich selber bin ja düngetechnisch mehr der Nivea-Typ: Wasser und ein Universaldünger für alle und alles. Ab und zu setze ich auch mal eine Pflanzenbrühe (vorwiegend aus Brennnesseln und Beinwell) an, was Sohnemann und Herzensmann aber jeweils recht stinkt.

Seit ich nun aber täglich mit x verschiedenen Düngern hantiere, stellt sich mir eine gärtnerische Gewissensfrage: Auf wie viel Individualität hat mein Grünzeug eigentlich ein Anrecht?

PS: Der Bonsaidünger macht mir etwas Sorgen: Ein Bonsai war nämlich selbst am Tag 3 meiner Giessmission nirgends auffindbar.

Sind Sie wie die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin mehr der Universaltyp, oder düngen Sie mit dem vollen Programm? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen mit anderen Gartenfreunden in einem Kommentar mit, oder erstellen Sie mit Anleitungen, Tricks und Fotos aus Ihrem Garten einen eigenen Artikel (Infos zu beidem siehe rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger