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03. Juni 2013

3-D statt A4

Hier kommen sie nicht flach raus, die Ausdrucke: 3-D-Printer «drucken» aus Kunststoff dreidimensionale Objekte.

3D-Drucker
Ein 3-D-Drucker spuckt statt bedrucktes Papier dreidimensionale Gegenstände aus. Die Geräte 
sind schon ab 1500 Franken erhältlich.

Ein 3-D-Drucker arbeitet ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker. Statt Tinte schichtet er aber mittels einer Düse Ebene für Ebene flüssigen, schnell härtenden Kunststoff aufeinander, bis ein dreidimensionales Objekt daraus entstanden ist. In der Industrie werden 3-D-Drucker verwendet, um Produkteprototypen günstig und schnell herzustellen oder sie ohne Transportkosten zu versenden.

Doch einfachere 3-D-Drucker sind schon ab 1500 Franken erhältlich. Im Internet lassen sich entsprechende Dateien herunterladen, um zu Hause etwa Schmuck oder Spielzeug auszudrucken. Bei www.shapeways.com gibt es beispielsweise Eierbecher für 11 Euro, ein Schachfigurenset für 66 Euro oder eine Kaffeetasse für 32 Euro als Download. Komplexere Druckaufträge können Online-Druckereien in Auftrag gegeben werden — das Zürcher Unternehmen www.3d-model.ch etwa bietet diesen Service. Alles, was eine solche 3-D-Druckerei benötigt, ist eine CAD-Datei des Gegenstands, die dann zu einem Objekt aufgebaut wird. Solche Print-Services eignen sich für unterschiedliche Anfertigungen, beispielsweise für selbst entworfene Designobjekte, Architekturmodelle oder schwer erhältliche Ersatzteile.

Auf grösseren Druckmaschinen lassen sich sogar Möbel herstellen. Und in der Wirtschaft wird bereits damit ex­perimentiert, Lebensmittel und ­medizinische Implantate auf diese Weise zu fabrizieren.

Achtung Waffen

Mit einem 3-D-Drucker können fast alle erdenklichen Formen gebildet werden, auch Einzelstücke, die in herkömmlicher Fertigung viel aufwendiger zu realisieren wären. Da die Baupläne als Daten vorliegen, können die Objekte via Internet versendet und heruntergeladen werden. Als Rohstoff wird üblicherweise ein Kunststoff in Pulverform zusammen mit einem Bindemittel verwendet. Zurzeit wird auch daran geforscht, wie sich medizinische Implantate oder Lebensmittel aus organischem Material per 3-D-Drucker herstellen lassen. Als Rohstoff dienen in letzterem Fall essbare Materialien. So gibt es etwa Drucker, die aus Schokolade oder einem Fleischersatz Objekte machen können. Doch die Online-Verfügbarkeit von Gegenständen birgt auch Gefahren. Breits wurde die erste Pistole entwickelt, die sich als Bausatz herunterladen und per 3-D-Drucker herstellen lässt.

Autor: Felix Raymann