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18. Mai 2016

Unterwegs mit Diplo und Rapti

Das Sauriermuseum im Zürcher Aathal hat zwei neue Maskottchen: Die beiden Comic-Dinos Diplo und Rapti führen Kindern in 14 Stationen durch das Museum.

Die 14 Stationen behandeln je ein einzelnes Thema.
Die 14 Stationen behandeln je ein einzelnes Thema.

«Ej, Alter!» Jakob (9) zieht seinen Kumpel Dean (ebenfalls 9) begeistert zu der Nachbildung eines Nestes mit gerade schlüpfenden Oviraptoren. «Ej, Alter, so härzig!» Doch Dean hat gerade anderes im Kopf: Chum, mir gönd zum T-Rex-Halogramm, das ist im Fall megacool!» Und schon sind die beiden Drittklässler ums nächste Eck verschwunden. Und haben ganz vergessen, dass sie fürs Migros-Magazin eigentlich den neuen Rundgang durch das Sauriermuseum Aathal hätten testen sollen. Ein Job, den nun notgedrungen die Mutter von Jakob, also ich, übernimmt.

Comicfiguren Diplo und Rapti
Beste Freunde: der graue Rapti und der grüne Diplo erklären Kindern die Welt der Dinos.

Diplo (von Diplocodus) und Rapti (von Velociraptor) heissen die beiden Comicfiguren, die seit diesem Frühling mit kleinen, lustigen Comicstrips Kindern (und ihren Eltern) die «schrecklichen Echsen» aus der Urzeit näher bringen wollen. Entworfen hat die beiden ungewöhlichen Museumführer der jungen Trickfilm-Animator Christoper Schmid.

Der neue Rundgang mit seinen vierzehn Stationen endet schliesslich in der ebenfalls neuen Ausstellung «Dinosaurier in Comics & Cartoons», wie ich aus den Presseunterlagen entnehme, die ich im Vorfeld vom Museum erhalten habe. Ich selber schaffe es aber gerade mal bis zur Station 3, wo es um die Dinosaurier der Schweiz geht. Nicht, weil Diplo und Rapti keinen guten Job machen würden, sondern weil ich in den letzten fünf Jahren gefühlte 100 Mal mit meinem Sohnemann in Aathal bei Uster zu Gast war. Wer braucht da noch Museumführers, selbst wenn sie so nett wie Diplo und Rapti daherkommen?

Velociraptor
Ebenfalls ein Velociraptor, aber nicht ganz so sympathisch wie Rapti.

Anders als bei Jakob und Dean ist es aber nicht das T-Rex-Halogramm, das mich vom Pfad abbringt, sondern der Allosaurier «Big Al Two», eine der vom Museumdirektor Köbi Siber und seinem Team im US-Bundestaat Wyoming eigenhändig ausgebuddelten Riesenechsen. Anschliessend vertiefe ich mich in eine Abhandlung zur Frage, ob unsere Vögel verkappte Saurier sind, lache über ein paar Dinocomics (ah, da ist sie ja, die neue Ausstellung!), bevor ich mich auf die Suche nach meinen beiden Jungs mache. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man weiss, dass das Dinosaueriermuseum in einer ehemaligen Spinnerei beheimatet und über die Jahre gewachsen ist.

R-Rex-Hologramm
Das R-Rex-Hologramm ist der Renner bei den etwas grösseren Kids.

Treppab geht’s (vorbei am T-Rex-Hologramm, siehe Bild rechts), dann wieder treppauf. Ein Blick in den Garten, wo man sein eigenes Dinosaurierskelett ausgraben kann, wenn es nicht wie gerade jetzt Bindfäden regnet. Vorbei an Eltern, die wie ich ihre Kinder suchen, und Kindern, die ihre Eltern ganz offensichtlich nicht suchen. Fündig werde ich schliesslich in einem Nebenkeller, wo gerade die BBC-Dok «Dinosaurier – Im Reich der Giganten» läuft. Jakob und Dean scheinen nicht ganz unglücklich darüber zu sein, dass ich auftauche: Der BBC-Reporter, der sich mit Hilfe modernster Technik in die Zeit vor 65 Millionen Jahren hat beamen hat, wird nämlich gerade ziemlich lebensecht von ein paar Raubsauriern attackiert, die ihn offensichtlich gern zum Z’Nacht fressen würden.

Kaum läuft der Abspann, springen die beiden auf. Gerade noch erwische ich Jakob am Schlawittchen: «Und was ist mit dem Rundgang mit Diplo und Rapti?», will ich wissen. «Ach Mama, dass ist etwas für die, die zum ersten Mal hier sind», sagt mein schlauer Sohn, schüttelt sich frei und rennt hinter Dean her. «Wo wollt ihr denn hin?», ruf ich noch. «Dinospuren im Sand machen», hör ich von weitem. Und dann hör ich nichts mehr. Definitiv Zeit für eine Kafipause im kleinen Museumsbistro.

Saueriermuseum Aathal
Zürcherstr. 69
8607 Aathal

Di bis Sa 10 bis 17 Uhr
So, 10 bis 18 Uhr
www.sauriermuseum.ch

Vom Bahnhof Aathal sind es knapp 10 Minuten zu Fuss bis zum Museum.

Das Saueriermuseum Aathal wird vom Migros Kulturprozent unterstützt.

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger