Archiv
20. Januar 2014

Digitalen Nachlass regeln

Selbst nach ihrem Tod leben Menschen im Internet munter weiter. Um das zu verhindern, sollte der digitale Nachlass frühzeitig geregelt werden. Konkret gehts um die Weitergabe von Zugangspasswörtern.

Vergessen Sie nicht, Ihre digitale Hinterlassenschaft frühzeitig zu regeln
Vergessen Sie nicht, Ihre digitale Hinterlassenschaft frühzeitig zu regeln (Bild: iStock Photo).

Das Gesetz regelt nicht, was mit den im Internet angehäuften Daten passiert. Nutzer sind derzeit noch auf die Geschäftsbedingungen der Anbieter angewiesen. Deshalb gilt: Wer verhindern will, dass seine Daten nach dem Tod im Internet weiterleben, muss den digitalen Nachlass regeln. Dafür gibt es drei sinnvolle Möglichkeiten:

1. Die klassische Variante

Regeln Sie Ihr digitales Erbgut in einem konventionellen Testament. Führen Sie auf, wer auf Ihre Daten zugreifen darf und mit welchem Benutzernamen und Passwort diese zugänglich sind. Vorteile gegenüber technischen Lösungen sind unter anderem, dass Streitfälle eindeutig geregelt werden können und kein Klumpenrisiko entsteht. Letzteres ist der Fall, wenn Nutzer alle Zugangsdaten bei einem Dienst speichern und dort das Erbe regeln.

2. Werkzeuge der Anbieter nutzen

Google bietet ein Tool, um den Nachlass der dort gespeicherten Daten zu regeln. Im «Kontoinaktivität-Manager» legen Sie fest, was mit Fotos, E-Mails und Dokumenten passiert, wenn das Konto nicht mehr genutzt wird. Nach einem bestimmten Zeitraum ohne Login werden bis zu zehn vertrauenswürdige Kontakte darüber informiert und erhalten auf Wunsch Zugriff auf die Daten. Alternativ besteht die Option, das Konto automatisch löschen zu lassen. Google ist derzeit der einzige grosse Anbieter mit dieser Möglichkeit. Man darf aber davon ausgehen, dass sich andere aufgrund der grossen Nachfrage anschliessen.

3. Kostenpflichtigen Dienst beanspruchen

Ein Schweizer Anbieter unterstützt Nutzer dabei, Daten und Zugangspasswörter zu sichern und im Todesfall an Hinterbliebene weiterzuvererben. Das funktioniert so: Hinterlegen Sie das Gewünschte in einem gut gesicherten Onlinespeicher auf Securesafe.com . Je nach gewähltem Abonnement (zwischen null und zwölf Franken im Monat) stehen mindestens 10 MB und höchstens 100 GB Speicherplatz für Daten zur Verfügung, die nach dem Tod zusammen mit den gespeicherten Logindaten an bis zu 20 definierte Begünstigte weitergegeben werden.

Autor: Reto Vogt