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02. Juni 2014

WM-Momente der Promis

Zidanes Kopfstoss, Maradonas Tränen oder das Wunder von Bern: Wir haben Prominente gefragt, welche Fussballmomente ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind. Teilen auch Sie uns in einem Kommentar (unten) mit, an welchen WM-Moment Sie besondere Erinnerungen haben.

Gelson Fernandes schiesst das Siegestor für die Schweiz gegen Spanien.
Gelson Fernandes schiesst das Siegestor für die Schweiz gegen Spanien.
Fabienne Louves.
Fabienne Louves.

Fabienne Louves (28), Sängerin: «An der letzten WM in Südafrika durfte ich im SRF-Studio meinen Song <Rot Wiss> performen. Im anschliessenden Spiel besiegte die Schweiz sensationellerweise den späteren WM-Sieger Spanien mit 1:0. Ich habe mich wahnsinnig gefreut.»

Die Schweiz besiegt Rumänien an der WM 1994.
Die Schweiz besiegt Rumänien an der WM 1994.
Nik Hartmann.
Nik Hartmann.

Nik Hartmann (42), Moderator: «Die WM 1994 in den USA habe ich in bester Erinnerung. Chappi, Sutter, Bregy oder Egli waren im Aufgebot. Ich war Student und feierte auf dem Berner Bärenplatz das 4:1 gegen Rumänien.»

Deutscher Frust.
Deutscher Frust.
Christina Surer.
Christina Surer.

Christina Surer (40), Rennfahrerin und Model:«Beim WM-Halbfinale 2006 war ich live im Dortmunder Stadion dabei. Nur schon die Reise dorthin war ein Erlebnis. Aus Solidarität zu meinem bayrischen Mann habe ich den Deutschen die Daumen gedrückt. Leider haben sie gegen die Italiener verloren. Die hängenden Köpfe der Deutschen und gleichzeitig die feiernden Italiener sind mir immer noch in bester Erinnerung.»

Chile unterliegt Brasilien.
Chile unterliegt Brasilien.
Fabian Molina.
Fabian Molina.

Fabian Molina (23), Juso-Präsident (mit chilenischen Wurzeln): «Meinen emotionalsten WM-Moment hatte ich als kleiner Junge an der WM 1998. Damals schaffte es Chile überraschend ins Viertelfinale. Meine Brüder und ich fieberten natürlich mit. Chile wurde dann von den Brasilianern 1:4 deklassiert. Das war für mich eine grosse Enttäuschung – erst recht, weil meine ganze Klasse für Brasilien war.»

Zidanes Kopfstoss gegen Marco Materazzi.
Zidanes Kopfstoss gegen Marco Materazzi.
Matthias Aebischer.
Matthias Aebischer.

Matthias Aebischer (46), SP-Nationalrat: «Der emotionalste Moment für mich an einer WM? Da muss ich nicht lange überlegen. Das war der Kopfstoss von Zinédine Zidane gegen Marco Materazzi im WM-Finale 2006 zwischen Frankreich und Italien. Der sonst vorbildliche, alles überragende Zidane liess sich provozieren und erhielt die rote Karte. Unfassbar. Ich war entsetzt.»

Diego Maradonas Tränen.
Diego Maradonas Tränen.
Renzo Blumenthal.
Rezo Blumenthal.

Renzo Blumenthal (37), Ex-Mister Schweiz und Unternehmer:

«Mein emotionalster WM-Moment war das Finale 1990, Deutschland gegen Argentinien. Ich war 13 Jahre alt, Diego Maradona war für mich das Mass aller Dinge. Sein Trikot hing an meiner Zimmerwand. Zu meiner Enttäuschung gewann aber Deutschland, Maradona weinte bittere Tränen. Auch mir kamen damals die Tränen, ich war am Boden zerstört. Diesen Moment vergesse ich nie mehr.»

Philippe Senderos trifft gegen Südkorea.
Philippe Senderos trifft gegen Südkorea.
Baschi.
Baschi.

Baschi (27), Sänger:«Die WM 2006 bleibt mir in ewiger Erinnerung. Ich habe in Hannover auf der Fanmeile vor 10 000 Fussballfans meinen Song ‹Bring en hei› gesungen. Danach durften wir im Stadion auf den besten Plätzen das Spiel Schweiz - Südkorea schauen. Die Schweiz gewann, zog ins Achtelfinal ein. Das hat mich massiv geflasht.»

Holland unterliegt Deutschland an der WM 1974.
Holland unterliegt Deutschland an der WM 1974.
Pedro Lenz.
Pedro Lenz.

Pedro Lenz (49), Schriftsteller:«Es war der 7. Juli 1974. Ich war neun Jahre alt, und unsere Familie war unterwegs in die Sommerferien, als im Autoradio das WM-Endspiel zwischen Holland und Deutschland übertragen wurde. Holland mit dem unnachahmlichen Johan Cruyff war mein klarer Favorit. Die Niederländer gingen auch schnell in Führung. Aber noch in der ersten Halbzeit gelang es den Deutschen, das Blatt zu wenden. Danach wartete ich vergebens darauf, dass der Radioreporter uns davon berichtete, wie Cruyff das Spiel für die Holländer noch rettete. Es blieb beim 2:1 für Deutschland.»

Schweizer Parlamentarier während dem Spiel Schweiz - Spanien an der WM 2010.
Schweizer Parlamentarier während dem Spiel Schweiz - Spanien an der WM 2010.
Pascale Bruderer.
Pascale Bruderer.

Pascale Bruderer (36), SP-Ständerätin: «Als Nationalratspräsidentin hatte ich während des Spiels Schweiz - Spanien an der WM 2010 die Ratssitzung zu leiten. Die Weibel sowie Ratskollegen informierten mich fast im Minutentakt über den Spielverlauf und Benaglios Paraden. Irgendwann stieg die Spannung ins Unerträgliche. Ich beschloss kurzerhand, die Sitzung des Nationalrats für eine halbe Stunde zu unterbrechen. Vor den Fernsehgeräten in der Wandelhalle vereinten sich Parlamentsmitglieder aller Couleur, gemeinsam zitterten wir dem Abpfiff entgegen. Als die Schweiz siegte, gab es kein Halten mehr. Wir lagen uns jubelnd in den Armen und feierten parteiübergreifend den Auftaktsieg unserer Nati!»

Pelé.
Pelé.
Yvette Estermann.
Yvette Estermann.

Yvette Estermann (47), SVP-Nationalrätin:«Meine schönsten Fussballmomente liegen leider schon lange zurück, nämlich in meiner Kindheit. Da haben wir noch nicht mit Bier, Chips oder Grilladen vor dem Fernseher gesessen. Wir waren draussen auf dem Fussballplatz im Dorf, hörten die Radioreportagen und versuchten, die grossen Fussballstars der damaligen Zeit nachzuahmen. Am schönsten waren Pelés Dribblings. Seine Leichtigkeit und Freude am Ball begeistern mich bis heute.»

Enttäuschte Schweizer Fans.
Enttäuschte Schweizer Fans.
Steffi Buchli.
Steffi Buchli.

Steffi Buchli (35), Sportreporterin: «Wie wohl ein Grossteil aller Eidgenossen bin auch ich vom WM-Spiel Schweiz – Ukraine im Jahr 2006 traumatisiert. Ich sass während des berühmt-berüchtigten Penaltyschiessens mit Freunden in einer Gartenbeiz. Schrecklich! Die Kommentare der Gäste im Stil von: ‹Den hätte meine Grossmutter reingetan!› ertrage ich nervlich fast nicht. Seither versuche ich, Public Viewings zu meiden.»

Das Wunder von Bern.
Das Wunder von Bern.
Gilbert Gress.
Gilbert Gress.

Gilbert Gress (72), Ex-Fussballspieler und -Trainer:«Der emotionalste Moment? Das Finale an der Weltmeisterschaft 1954 – das Wunder von Bern. Die Deutschen, nach dem Krieg ohne Hoffnung und Stolz, gewannen gegen Ungarn. Trainer Sepp Herberger gab einer ganzen Nation die Selbstachtung zurück. Ich war noch ein Teenager. 15 Jahre später sass ich mit diesem grossen Mann in einer Sendung am Tisch – ein Bubentraum ging in Erfüllung.»

Holländische Fans an der Europameisterschaft 2008 in Bern.
Holländische Fans an der Europameisterschaft 2008 in Bern.
Alexander Tschäppät.
Alexander Tschäppät.

Alexander Tschäppät (62), Berner Stadtpräsident:«Ich erinnere mich noch heute gern an die Fussball-Europameisterschaft 2008 hier in Bern. Die Stadt im Fussballfieber! Das orange Wunder von Bern und die Freundschaft mit den Niederlanden wird nicht nur mir, sondern der ganzen Stadt in Erinnerung bleiben.»

Sina.
Sina.

Sina (48), Sängerin: «Als die Holländer während der EM 2008 hier in der Schweiz meinen Song ‹Wänn nit jetz, wänn dänn› sangen, weil der in einer holländischen Sportshow jeden Abend am Fernsehen lief, war das schon ein spezielles Gefühl. Ich hätte es gern gesehen, wenn die fröhlichen Oranjes ins Finale gekommen wären.»

Roberto Baggio verschiesst den entscheidenden Penalty im WM-Final 1994.
Roberto Baggio verschiesst den entscheidenden Penalty im WM-Final 1994.
Vujo Gavric.
Vujo Gavric.

Vujo Gavric (28), Bachelor und Fussballer:«Obwohl ich kein Italien-Fan bin: Roberto Baggio war früher mein grosses Idol. Als er beim WM-Finale 1994 den entscheidenden Penalty gegen Brasilien verschoss, war ich als damals Achtjähriger tagelang down. Mein Vorbild hatte im wichtigsten Moment überhaupt versagt.»

Autor: Silja Kornacher