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06. Juni 2017

Die Wahrheit übers Reisen

Backpacker-Euphorie
Backpacker-Euphorie? (Bild: Pixabay.com)

Am Ende des Tages ist Backpacken ein bisschen weniger romantisch, als man es sich gemeinhin so vorstellt.
In der Theorie ist das Bereisen der Welt ja der Traum eines jeden Twenty-Somethings. Man ist völlig losgelöst von irgendwelchen Autoritäten oder Strukturen. Die ganzen Alltagssorgen lässt man in der Heimat zurück. Das Leben ist wilder, simpler. Jeder Tag birgt die Möglichkeit eines neuen Abenteuers.

Man trifft in den Hostels Menschen aus der ganzen Welt und lernt fremde Kulturen kennen. Socializing ist nie einfacher als auf Reisen. Das eigene Hab und Gut trägt man auf dem Rücken, und die Outfitwahl fällt auf das Kleidungsstück, das am wenigsten muffig riecht.

«Lonely Planet» ist unsere Bibel. Die Tage verbringt man mit Lesen, Plaudern, Schlafen. Es ist die pure Freiheit und die pure Selbstverwirklichung. In den Schlafsälen tauscht man Lebensweisheiten aus, und alle fühlen sich total Gandhi. So viel Zeit zum Reflektieren wird man später bestimmt nicht so schnell wieder haben.

Zu erzählen haben wir Weltenbummler einander ja so einiges. Aber am Ende des Tages geht es in den Hostelschlafräumen nicht darum, welche Gebirgsketten und Bergdörfer man bereist hat, welchen Einheimischenstamm man gesehen hat, welches Denkmal man von der To-do-Liste streichen konnte.

Die Hauptthemen der nächtlichen Konversationen sind die Story über die unterhaltsamste Durchfallepisode und die Frage, wie viele andere Backpacker man schon aufgerissen hat. 

Autor: Anne-Sophie Keller