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13. Juni 2016

Kinder-Probe aufs Gemüse

Viele Eltern kennen den Kampf am Esstisch: Die Kinder wollen partout kein Grünzeug essen. Doch das lässt sich spielerisch ändern.

Kind probiert Gemüse
Farbenfroh und von verschiedener Konsistenz: Beides erhöht die Chancen, dass das Kind Gemüse probiert. (Bild: Getty Images)

Kinder mögen gemäss ihren eigenen Aussagen lieber Gemüse und Obst als Süssigkeiten, und sie ziehen Wasser den Süssgetränken vor. So zumindest lautet das Resultat der deutschen «Elefanten-Kindergesundheitsstudie» aus dem Jahr 2012 mit 5000 Kindern. Sie zeigt, dass schon Sieben- bis Neunjährige ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein haben und dass es am stärksten von der Mutter beeinflusst wird.

Wie soll das gehen? Tatsache ist, dass Menschen, die eine grosse Lebensmittelpalette mögen, sich ausgewogener und gesünder ernähren. Kinder sollten also möglichst viel Gemüse und Obst essen lernen.
Predigen, wie gesund etwas ist, nützt allerdings wenig – wirksamer ist da der Familientisch. Denn wo sonst sollen Kinder die Vorbilder hernehmen, wenn es darum geht, was sie überhaupt mögen sollen?

Rosenkohl und Fenchel sind europaweit die meistgehassten Gemüse – im frühen Kindesalter. Doch auch hier gilt: Mögen die Eltern diese Nahrungsmittel, macht es ihnen der Nachwuchs bald schon nach – auch wenn er sich an den zunächst ungewohnten Geschmack herantasten muss.

Die Lust auf Gemüse lässt sich trainieren

Bei Kindern, die vieles nicht essen möchten, hilft das sogenannte Schlecken-spucken-schlucken-Spiel. Dabei lässt man sie ein Nahrungsmittel, zum Beispiel ein Stückchen rohes Gemüse, zuerst einmal nur ablecken.
Gelingt dies, dürfen sie bald ein Stückchen davon in den Mund nehmen, kauen und ausspucken. Die Kinder sollten dafür gelobt werden, dass sie schon so viel Mut haben.

Dann folgt Stufe drei: Wenn das Kind sich traut, soll es das Gemüsestückchen kauen und schlucken. Hier sind Geduld und Übung gefragt, denn nach 10- bis 20-maligem Probieren befinden die Geschmacksknospen das Nahrungsmittel als gut.
Eine Bewertungskarte mit Belohnungsgeschenk motiviert zusätzlich.

Und nicht vergessen: Kinder wollen zupacken. Sie essen folglich auch besser, wenn sie beim Kochen mithelfen dürfen.

Autor: Marianne Botta