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06. Juni 2014

Die Garten-Zwickmühle

Soll ich oder soll ich nicht - in den Norden zurück?

Waris bei der Siesta
Waris bei der Siesta
Lesezeit 2 Minuten

Selber schuld und solche Probleme möchte ich haben – ich höre schon euren Kommentar :-).
Hier ernte ich jeden Tag eine kleine Portion Himbeeren obwohl es eigentlich Automn Bliss wären – jedenfalls meinte ich das beim Kauf. Mit dem erntereifen Salat könnte ich eine Grossfamilie versorgen, und Nachschub von Setzlingen habe ich auch schon gekauft. Die Tomaten wachsen so schnell, dass sie jeden zweiten Tag aufgebunden werden sollten. Und es könnte ja sein, dass die Sonnenblumen nächstens eine Stütze brauchen, damit sie beim nächsten Sturm nicht umkippen, und und und...

Zuhause besteht die Gefahr, dass unser Haus bald von der Glyzinie und dem Efeu fest umschlungen ist und ganz im Gebüsch verschwindet. Der Strassendienst läuft bestimmt wieder Amok, weil alles Richtung Strasse hinaus wächst. Da ist die nächste Diskussion mit den Oberputzern vorprogrammiert. Die Feuerwehrautos könnten beschädigt werden und die Strassenputzmaschine könnte die Kante nicht putzen. Solche Argumente musste ich mir letztes Jahr anhören, als man der Nachbarin den Lavendel entlang der Strassenkante scharf abrasierte und mir die Stauden in Kniehöhe, die endlich kurz zuvor ihre gelben Blüten geöffnet hatten. Und es wieder jeden Abend ein Telefon meines Göttergatten in Panik gibt: so geht es nicht, es ist eine grüne Hölle, mir wächst der Garten über den Kopf, was denken die Nachbarn.

Na, wie würdet ihr entscheiden?

Wenn jemand sehen will, wie es zuhause und im Tessin aussieht, der findet Fotos in meinem Album (siehe Website im Profil). Mit meiner grünen Hölle habe ich übrigens den ersten Rang beim Naturgarten-Wettbewerb der Nachbargemeinde in der Kategorie Gärten bis 150m2 gewonnen. Leider konnte ich bei der Gartenbesichtigung wie auch bei der Prämierung gestern nicht dabei sein, weil mein Timing wieder nicht gepasst hat. Im Sommer sollte ich mich einfach zweiteilen können.