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21. September 2015

Die etwas anderen Wahlhelfer

Ausgefallene Give-aways, mutige Plakate oder schräge YouTube-Filmchen: Wenn es um den Wahlkampf geht, werden Schweizer Parteien kreativ. Diese fünf Goodies und Aktionen bleiben in Erinnerung. Und: Unzählige «echte» Wahlhelfer ermöglichen die aufwändigen Parteikampagnen erst. Wir stellen drei im Porträt vor (rechts: «Frondienst aus Überzeugung»).

Die etwas anderen Wahlhelfer
Die Saga der vier kühnen Grünen ist nur eine der vielen kreativen Wahlkampf-Aktionen.

Die SVP-Maskottchen Zottel und Willy

2011 erlangte ein Geissback namens Zottel als SVP-Maskottchen unfreiwillige Berühmtheit: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde der Bock von Unbekannten entführt, angesprayt und ausgesetzt. Heuer kommt Plüschtier-Sennenhund Willy zum Einsatz.

Wasserspar-Sets der CVP

Die Give-aways der verschiedenen Parteien werden immer kreativer. Weil man nämlich mit Kugelschreiber und Ballons niemanden mehr beeindruckt, verteilte die CVP Nützliches: einen wassersparenden Aufsatz für den umweltfreundlichen Wasserhahn Zuhause.

Wahlkampf Swiss Made

Schweizerischer geht’s nicht mehr: Sowohl die CVP als auch die Grünen drückten ahnungslosen Passantinnen und Passanten einen Sparschäler in die Hand.

Velofahren für den Wahlerfolg

Was macht einer, der für seine Kampagne weder Geld noch das passende Verkehrsmittel hat? Er steigt aufs Velo und startet seine politische Tour de Suissse. Gesehen vor vier Jahren beim Grüne-Politiker Balthasar Glättli. Später machte er sich für diverse Velofahrer-Anliegen stark.

Duschen mit Doris

1999 kandidierte Doris Leuthard für den National- und Ständerat. Der damalige Parteisekretär der CVP Aargau, Reto Nause, verteilte Tausende von Duschmittel-Beuteln mit ihrem Porträt bedruckt. Die Aargauer Zeitung kreierte die Schlagzeile «Duschen mit Doris», die zum inoffiziellen Wahlkampf-Slogan wurde.

Singen mit Blocher

«Wo e Willy isch, isch ou e Weg», trällerte die SVP-Elite heuer. Der «SVP-Freiheitssong» erntete Spott, Häme – und eine Sammelklage: Die Stadt Sursee droht mit einer Anzeige weil ihr Logo im Filmchen erscheint und die Krankenkasse Concordia geht vor Gericht, weil ihr Schriftzug kurz aufblitzt.

Quelle: YouTube/SVP Schweiz

Sex sells

Noch bevor die Juso-Kandidierenden Tiba Ponnuthurai, Oliver Heimgartner und Lewin Lempert sich auf ihren Plakaten splitternackt zeigten, liess eine Freisinnige die Hüllen fallen. «Nicht mehr oben ohne», stand für Claudine Esseivas Forderung nach «mehr Frauen in der Top-Liga von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft».

Hüllenlos ins Parlament
Hüllenlos ins Parlament

«Mach das Zebra nicht hässig»

Vor vier Jahren gingen die Sozialdemokraten via YouTube auf Stimmenfang. In den Filmchen legt sich ein als Zebra verkleidetes Parteimitglied mit der FDP, mit den Grünliberalen und mit den Grünen an.

Quelle: YouTube/RedEggProductions

Ein Parteiprogramm zum Mitträllern

Auch die Freisinnigen unterhielten die Wählerschaft mit einem oft diskutierten Filmchen: Vier Jahr vor Blocher & Co. schmetterte die FDP Reinach bereits einen kultverdächtigen Song hin. Die Zeilen «Gäll du wählsch mich, gäll du willsch mich» sind bis heute unvergessen.

Quelle: YouTube/FDP Reinach

«Heldenmut tut Zürich gut»

Mit einer Fotostory klopfen die Grünen ihre Wählerschaft aus dem Busch. In einer Bildergeschichte gehen Ralf Margreiter, Res Marti, Silvia Rigoni und Jasmin Pokerschnig auf eine Reise und erleben politische Probleme wie den motorisierten Verkehr, die Wohnungsnot und die EU-Kontingente.

Quelle: YouTube/Grüne Zürich Kreis 3&9

Autor: Anne-Sophie Keller