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28. April 2014

Designheitsbrei

Neues Twtiterdesign
Twitter oder Facebook? Man weiss es nicht genau.

Designer verdienen ihr Geld damit, Produkten ein Gesicht zu geben. Gute Designer sind innovativ, kreativ, originell. Schlechte Designer kopieren oder klauen. Und ­arbeiten offensichtlich für Twitter.

Der Kurznachrichtendienst präsentierte kürzlich den Neuanstrich seiner Website – seit Mitte letzter Woche sind die neuen Profile für alle Nutzer verfügbar. Prominent weist Twitter darauf hin, ein Mausklick genügt für die Umstellung. Selbst wer sich den Verzicht fest vornimmt, klickt am Ende doch. So sehr nervt die Werbung.

Nicht, dass das neue Design hässlich wäre. Im Gegenteil: Eigentlich weiss es zu gefallen und kommt deutlich aufgeräumter daher als die alte Version. Das Hintergrundbild beim Profil entfällt und wird durch ein breiteres Titelbild ersetzt. Informationen zum Besitzer des angezeigten Kontos erhalten mehr Gewicht und bleiben beim Runterscrollen eingeblendet. Ausserdem zeigt Twitter, wann sich Nutzer beim Dienst angemeldet haben. Warum dann die Kritik?

Das Redesign ist eine Facebook-Kopie. Auf den ersten Blick lassen sich die ­jeweiligen Profile eines Nutzers nicht mehr unterscheiden. Besonders das dreispaltige Layout und die Positionierung des Profilbilds erfordern mindestens zweima­liges Hinsehen, um Twitter von seinem ­offensichtlichen Vorbild zu unterscheiden.

Schade, dass sich zwei völlig unterschied­liche soziale Netzwerke mit dem Designheitsbrei immer stärker annähern, anstatt ihre Vorteile stärker hervorzuheben.

Diskutieren Sie mit: Ist das neue Twitterdesign fett oder fad?

Autor: Reto Vogt