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12. Oktober 2015

Der schnellste Weg zum Buch

Früher lenkten allmächtige Verlagshäuser den Buchmarkt, heute werden 80 Prozent der E-Books oder gedruckten Bücher im Eigenverlag veröffentlicht. Wie das funktioniert, wieviel es kostet und worauf es ankommt, verrät ein Insider. Dazu die Porträts von vier Leuten, die im Buchbusiness arbeiten (rechts: «Im Schatten der Autoren»).

Autorin werden ist nicht einfach
Autorin werden ist schon nicht einfach, doch wie kommt man danach zur Buchpublikation – und zur Chance, überhaupt wahrgenommen zu werden? (Bild: iStockPhoto)

Viele Menschen haben etwas zu erzählen, einige haben gar Talent zum Schreiben. Immer mehr würden es auch gern in Buchform tun, damit nicht nur enge Bekannte ihre Geschichte(n) lesen können. Weil sich mindestens zu Beginn einer Karriere klassische Verlage nicht um ein Manuskript reissen, veröffentlichen viele Autoren heute auf eigene Verantwortung ihr literarisches Erzeugnis. Und das kann durchaus viel Qualität und Marktpotential haben: Ein Schriftsteller-Weltstar wie die deutsche Autorin Cornelia Funke begann auch damit, Bücher im Eigenverlag herauszugeben.

Etwas Talent beim Geschichten-Erzählen oder -Erfinden reicht aber noch nicht: Verkaufsidee, Werbeplattform und Hilfe bis zum Druck tut darüber hinaus not. Doch was umfasst das Verlags-Know-how beim sogenannten Self-Publishing, bei dem die Autoren zwar kein hartes Auswahlprozedere durchlaufen müssen, um verlegt zu werden – dafür zum Grossteil das finanzielle Risiko allein tragen? Und in welchen Etappen wird ein Manuskript überhaupt zum Buch?

Das Leistungspaket eines Verlags umfasst die folgenden Etappen:
Lektorat
Buchsatz
Coverlayout
Druck
Vertrieb
Marketing

In Sachen Kosten können Schriftstellerinnen und Schriftststeller ab einem Betrag von 2'200 Franken zu einer Publikation kommen.

Mit Programmleiter Rodja Smolny vom Zuger Paramon-Verlag erklärt ein Verlags-Profi das Self-Publishing mit unterstützendem Verlags-Know-how:

«Im Self-Publishing haben Autoren die Möglichkeit, ihr Buch selbst herauszubringen. Verlage wie der Paramon-Verlag helfen dabei mit Verlags-Know-how: Sie übernehmen die Rechtschreibkorrektur, kümmern sich um die Gestaltung des Buches und eines verkaufsträchtigen Covers, drucken das Buch und bringen es in die Buchhandlungen – und rühren kräftig die Werbetrommel. Der Autor kann dabei selbst bestimmen, wie viel er selbst macht (und damit Kosten spart) und wo er sich Buchexperten zu Hilfe holt.
Die Investition hat grosse Vorteile: Der Autor kann selbst entscheiden, dass sein Buch erscheint, wie es aussieht, und er bekommt den grössten Anteil am Verkauf.

Die wichtigste Unterstützung, die der Verlagsdienstleister bietet, ist die Werbung: Bei mehr als 100'000 Neuerscheinungen pro Jahr hat das Buch bei einem Verzicht darauf keine grossen Verkaufschancen. Der Paramon-Verlag präsentiert das Buch auf den Buchmessen Frankfurt und Leipzig, informiert die Presse, macht Werbung über Social Media (Facebook, Twitter usw.) und sorgt für eine grosse Sichtbarkeit des Buches im Internet.
Darüber hinaus werden auch Lesungen unterstützt und interessante Autoren in Talkshows vermittelt.
Man kann sein Buch aber auch unter Pseudonym, also mit einem Künstlernamen, anonym veröffentlichen.»

Kontaktangaben zum hier als Beispiel erwähnten Paramon-Verlag:
www.Paramon.ch info@paramon.ch
Paramon-Verlag
Eingangslektorat
Neugasse 12
6300 Zug

Ein fertiges Manuskript kann per Post (oben) oder im Web an das Eingangslektorat gesandt werden. Nach maximal zwei Wochen folgt ein Vorschlag zur Umsetzung des Projekts inklusive Marketingplan.

Autor: Reto Meisser