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02. Mai 2015

Der Schlehdorn hatte es eilig

Er wartete den Austrieb der Blätter gar nicht erst ab und hat sich schon früh einen leuchtenden Strauss auf den Hut gebunden.

Schlehdorn
Schlehdorn
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Die Schlehen sind die ersten Sträucher, die im Frühjahr in der Hecke die Blicke mit einem weissen Blütenmantel auf sich ziehen.
Wie kleine Kunstwerke erscheinen uns die Garten- und Hainbänderschnecken mit ihren buntgestreiften oder einfarbigen Häuschen, welche in den Sträuchern die Zweige nach Flechten absuchen.

Die Bergmolche im Weiher präsentieren sich im schönsten Hochzeitskleid, auch Meister Stachelpelz hat den Winter gut überstanden und trippelt bereits wieder munter durch den Garten, wobei er seine Hinterlassenschaft natürlich immer mitten auf den Gehplatten hinterlässt.

Jetzt blühen auch schon einige andere Heckensträucher, wie Traubenkirsche, Schwarze Heckenkirsche, Wolliger Schneeball und Roter Holunder. Auch die gelben Blüten vom Hahnenfuss und seiner Verwandten, der Sumpfdotterblume, warten auf Besucher.

Aus der Hecke ist öfters ein leises Gezwitscher zu hören, dem dann ein eigentlicher Schlag von herrlich reinen Tönen folgt, frei nach Eduard Mörike „Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja Du bist 's! Dich hab ich vernommen!“ Es ist die Mönchsgrasmücke, die als erste von den drei bei uns lebenden Grasmückenarten aus ihrem Winterquartier zurückgekommen ist. Während des Gesangs schlüpft das Männchen, unverkennbar an seiner samtschwarzen Kappe, unaufhörlich durch das Laubwerk. Wir sind neugierig wo sie dieses Jahr ihre Jungen aufziehen werden.

Es wird nun Zeit, sich um die Komposterde zu kümmern. Im Garten stehen drei Kompostgitter. Ist eines aufgefüllt, überlassen wir es ein Jahr den emsigen, kleinen Kompostveredlern, unter denen die Rosenkäferlarven besonders hervorstechen. Eine Auszählung in einem zweijährigen Kompost ergab die beachtliche Zahl von 130 Rosenkäferlarven.
Im Dritten Jahr, wenn die goldgrün schimmernden Käfer ausgeflogen sind und die andere kleine Helferschar, die Asseln, Würmer, Tausendfüssler, Käferlarven und viele mehr, im neuen Kompost ihre nützliche Arbeit verrichten, steht dann eine feinkrümelige, dunkle Gartenerde bereit, um in die Töpfe abgefüllt zu werden.

Die leuchtend gelben Lippenblüten der Goldnesseln werden eifrig von den Erdhummeln besucht. Diese auffälligen grossen Brummer sind junge Königinnen, welche irgendwo im Boden eine neue Kolonie gründen werden.
Die vielen Blattrosetten, die sich nun überall am Boden entfalten, lassen die uns bevorstehende Pflanzenvielfalt nur erahnen. Es kann jetzt ein spannendes Rätselraten beginnen, welche Blume sich wohl aus einer bestimmten Rosette entwickeln wird. Der Monat Mai wird uns helfen, einige dieser Fragen zu lösen.