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15. Oktober 2012

Der richtige Job – eine Charakterfrage

Fachwissen allein reicht nicht: Auch die Charaktereigenschaften müssen zum Team und zur Arbeit passen, nur dann kommt eine gute Leistung zustande. Das zeigen zwei Studien der Universität Zürich.

Glücklich im Job
Glücklich im Job: Wer seine Charakterstärken aus
leben kann, blüht auf bei der Arbeit. (Bild: Getty Images/Matthias Tunger)

Wenn zwei zusammen glücklich werden wollen, müssen neben Äusserlichkeiten wie Aussehen, Bildungsgrad oder Alter vor allem auch die Charaktereigenschaften zusammenpassen. Das ist klar in der Partnerschaftsvermittlung. Dasselbe gilt für das Berufsleben, wie ein Psychologenteam der Universität Zürich in zwei breit angelegten Studien herausgefunden hat: Je mehr persönliche Charakterstärken jemand im Job einsetzen kann, umso mehr Befriedigung erlebt er bei der Arbeit und umso produktiver ist er. «Wenn man im Job so sein kann, wie man ist, dann macht das glücklich», sagt Forscherin Claudia Harzer, Mitarbeiterin bei beiden Studien.

Und: Glückliche Mitarbeitende steigern die Leistungsfähigkeit des gesamten Teams, in dem sie arbeiten. Deshalb lohnt es sich, vor der Ausschreibung einer Stelle neben den fachlichen Anforderungen auch die gewünschten Charaktereigenschaften abzuklären und bei der Mitarbeiterauswahl zu berücksichtigen. Als Beispiel nennt Claudia Harzer die Arbeitsplatzbeschreibung für Pflegepersonal, in der meist vieles zu Hygiene, aber wenig zu freundlichem Verhalten steht. «Für die Patientenpflege sind aber Freundlichkeit und Mitgefühl mindestens so wichtig», sagt die Psychologin. Werden vor der Besetzung einer Stelle die passenden Charakterstärken abgeklärt, können diese in die Rekrutierung einfliessen. Davon profitierten Arbeitnehmer wie Arbeitgeber, ist Claudia Harzer überzeugt: «Motivierte Angestellte bringen bessere Leistung.» Auch diesen Zusammenhang wissenschaftlich zu beweisen, ist das Ziel ihrer nächsten Studie.

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Autor: Silvana Ceschi