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07. Januar 2013

Der Name fürs Leben

Seit dem 1. Januar gilt: Jede und jeder behält seinen Familiennamen nach der Heirat.

Abschied vom eigenen Namen
Ehevertrag: Ein Abschied vom eigenen Namen ist nicht mehr möglich. (Bild: Fotolia)

Eigentlich können Paare schon seit Jahren frei entscheiden, welchen der beiden Ledigennamen sie nach der Trauung tragen möchten. Und zwar aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 1994, laut dem das Schweizer Namensrecht dem Grundsatz der Gleichstellung widerspricht. Mit dem am 1. Januar in Kraft getretenen neuen Namensrecht erfolgte nun die klare Regelung. Dieser zufolge behält jeder Ehegatte seinen Namen. Ein gemeinsamer Familienname ist möglich, Doppelnamen aber nicht mehr.

«Ich freue mich auf die neue Regelung», sagt Lisa Meyer (48), Leiterin des Zivilstandsamtes der Stadt Zürich. «Wenn man einen Namen seit Jahren trägt, identifiziert man sich damit und möchte ihn nicht verlieren.» Wünschen Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen, entscheiden sie, ob das Kind den ledigen Familiennamen der Mutter oder des Vaters erhält. Sind die Eltern nicht verheiratet, erhält das Kind den ledigen Familiennamen der Mutter. Bei gemeinsamem Sorgerecht können die Eltern jedoch entscheiden, welchen der beiden Namen das Kind tragen soll — auch wenn sie nicht verheiratet sind. Verzichten verheiratete Eltern neu auf den gemeinsamen Familiennamen, können sie ebenfalls entscheiden, welchen der beiden Namen die Kinder führen sollen. «Kinder über zwölf Jahren müssen allerdings um ihr Einverständnis gefragt werden», sagt Lisa Meyer. Solche Erklärungen für den Familiennamen des Kindes sind ab dem 14. Januar 2013 möglich.

Lisa Meyer ist gespannt, was die Neuregelung bewirkt: «Bis jetzt haben wir noch nicht viele Anfragen von Frauen, die ihren Ledigennamen zurückhaben möchten.» Wem die alte Idee der Doppelnamen besser gefällt, kann übrigens weiterhin einen sogenannten Allianznamen mit Bindestrich beantragen, allerdings hat dieser rein symbolischen Charakter und keine standesamtliche Relevanz.

Autor: Andrea Fischer