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01. Juli 2013

Der Kompakthybrid für jeden Tag

Vom «normalen» Familienwagen zum Hybrid: Macht das Sinn? Familie Brun aus Finsterwald LU findet es für das Migros-Magazin im Toyota Auris Hybrid heraus. Möchten Sie selbst den neuen Mitsubishi Space Star testen? Bewerben Sie sich (rechts)!

Familie Brun neben dem Toyota Auris Hybrid
Hybrid macht auch bei Regen Laune. Von links: Karin (21), Ferdi (52), Samuel (22), Ruth (47) und Simon (19) Brun mit dem Toyota Auris Hybrid auf Ausflug im Entlebuch.

Mit Familie Brun geht es jeden Tag bergauf: Ihr Wohnort Finsterwald liegt auf 1050 Meter Höhe oberhalb von Entlebuch LU — ein Weg, den die fünfköpfige Familie privat in zwei Subaru Impreza 4WD und mit dem ÖV meistert. Für eine Woche testete sie nun, ob der neue Toyota Auris Hybrid, der einzige (inzwischen auch als Kombi lieferbare) Hybrid der Golf-Klasse, im harten Berg-und-Tal-Alltag besteht. Die Antwort fällt nach fast 1500 Testkilometern einstimmig aus: In der Rubrik «Was gefällt Ihnen besonders?» des Testformulars steht hinter allen fünf Namen «Hybridantrieb».

Doch der Reihe nach, denn zuerst muss ein Kompakter einer Familie genug Platz bieten. «Die Grösse des Auris passt», findet Drogistin Ruth Brun (47). Sohn Simon (19), Bauzeichner im dritten Lehrjahr, meint: «Das Raumangebot ist gut, und wir fühlen uns alle wohl an Bord. Sicher wird es zu dritt hinten eher eng, aber das ist ja nicht die Regel.» Der 52-jährige Schreiner-Sachbearbeiter Ferdi Brun kritisiert einen Punkt: «Mir fällt negativ auf, dass wie bei so vielen neuen Autos die Frontscheibe eher klein und auch die Sicht nach hinten eher schlecht ist.» Tochter Karin (21), Kauffrau, meint: «Deshalb finde ich praktisch, dass er eine Rückfahrkamera hat.»

Auf der Fahrt bergab sieht man, wie sich der Akku füllt

Rundum gefallen hat den Bruns das ausgewogene, komfortable Fahrwerk, und beim Benzin-Elektro-Hybridantrieb sind sie voll des Lobes. «Man sieht auf der Anzeige, wie sich bergab der Hybridakku füllt. Wenn man bedenkt, wie viel gespart werden könnte, wenn alle Autos Hybriden wären!», sagt Sohn Samuel (22), Elektroinstallateur: «Die Technik hat uns voll überzeugt, zumal das Auto — ausser, man gibt Vollgas —schön leise bleibt. Einziger Nachteil: Weil das Auto meist elektrisch-lautlos losfährt, muss man in der Nähe von spielenden Kindern besonders vorsichtig sein.» Dass die Kraft der 136 PS bergauf mal an Grenzen gerät, «spürt man zwar», sagt Ferdi Brun, «jedoch ist die Leistung sonst wirklich gut. Gestaunt haben wir über den günstigen Verbrauch.» Der Testwert landet mit 5,5 l/100 km zwar höher als die Normangabe (3,8 l/100 km), bleibt aber günstig.

Wird Familie Brun also bald im eigenen Auris Hybrid den täglichen Weg hinauf nach Finsterwald fahren? «Leider nein. Wir sind begeistert und finden auch den höheren Preis fair, zumal sechs Jahre Gratisservice dabei sind», sagt Ruth Brun, «aber er hat nur Frontantrieb, und in unseren langen Wintern schätzen wir Allradantrieb.»

Die CO2-Richtwerte

Die CO2-Richtwerte des Toyota Auris
Die CO2-Richtwerte des Toyota Auris Hybrid

Der Verbrauch des Toyota Auris Hybrid

Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km CO2 ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Werts (2011: 155 g/km) aus, bedeutet das für 2013 einen Richtwert von 142 g/km. Der Testwagen liegt mit 87 g/km schon ganz deutlich darunter.

Informationen zum Bewertungssystem

Neues CO2-Emissionsgesetz

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Seit 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die seit dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert wurden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 mussten ihn 65 Prozent der Neuwagen, 2013 müssen ihn dann 75 Prozent und im Jahr darauf 80 Prozent der neuen Personenwagen erfüllen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 155 Gramm pro Kilometer im Jahr 2011 (die Werte für 2012 liegen noch nicht vor). Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 150 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa aktuell 142 Gramm pro Kilometer für 2013. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Timothy Pfannkuchen

Fotograf: Nik Hunger