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11. Februar 2013

Der Kluge hütet sich im Zuge

Zugreisende sind begehrte Ziele für Trickdiebe: Mindestens 9000 Mal haben diese im letzten Jahr zugeschlagen, wie man dem Sicherheitsrapport der Bundesbahnen entnehmen kann. Dabei gehen sie immer dreister vor. SBB-Sprecher Christian Ginsig gibt Tipps, wie man sich am besten schützt.

Christian Ginsig (40), Konzernmediensprecher bei den SBB.
Christian Ginsig (40) ist Konzernmediensprecher bei den SBB. (Bild: zVg.)

1. Christian Ginsig, in Zügen wurde im letzten Jahr sehr viel mehr gestohlen als früher.

Ja — wie im gesamten öffentlichen Raum. Gestohlen werden meist Wertsachen und Bargeld, aber auch wertvolle Gepäckstücke und teure Mobiltelefone. Fahrgästen, die nach einer anstrengenden Partynacht im Tiefschlaf lagen, wurden gar schon die Hosentaschen aufgeschnitten, um an Handys oder Portemonnaies zu kommen. Oft wird das Gedränge in vollen Zügen, besonders beim Ein- und Aussteigen, genutzt, um Personen anzurempeln: Taschendiebe sind meist in Gruppen organisiert.

2. Sind denn die Fahrgäste nachlässiger geworden?

Die Diebesbanden arbeiten mit raffinierten Tricks, und wer seine Handtasche nicht geschlossen hat oder nicht auf sich trägt, riskiert, dass sie nach einem Stolpertrick oder einer Ablenkung schnell weg ist. Taschendiebe kleiden sich übrigens oft ganz normal oder sogar sehr gepflegt, um möglichst nicht aufzufallen. Und Diebstähle können in dicht besetzten Zügen genauso vorkommen wie in fast leeren Früh- und Spätzügen.

3. Wie soll man sich nach einem Diebstahl verhalten?

Am besten meldet man sich unverzüglich beim Zugpersonal: Dieses kann sofort eine Durchsage machen, um die anderen Passagiere zu warnen, und bei Bedarf die Transportpolizei zum nächsten Bahnhof beordern. In Regionalzügen ohne Zugpersonal ist zudem die Nummer der Transportpolizei an jeder Scheibe aufgeklebt.

4. Auch die Tätlichkeiten gegen Zugbegleiter und Reisende haben stark zugenommen – ist Zugfahren gefährlich geworden?

Nein, nicht gefährlicher als jeder Aufenthalt im übrigen öffentlichen Raum. Im Gegenteil, nebst dem Schutz durch die Transportpolizei bieten die SBB auch präventive Sicherheitsmassnahmen: An Bahnhöfen und in Zügen patrouillieren sogenannte Bahnhofpaten oder Sicherheitspersonal, ausserdem sind viele Bahnhöfe und Züge mit Überwachungskameras ausgerüstet. Und: Schulklassen erhalten auf Anmeldung hin Infos zum Thema Sicherheit und Vandalismus.

5. Wie fährt man denn am sichersten Zug?

Wenn man sich alleine nicht sicher fühlt, setzt man sich am besten in die Nähe von Mitreisenden. Ereignet sich ein Vorfall, sind in neuen Regionalzügen auch Alarmknöpfe installiert, dank denen man sofort mit der Einsatzzentrale der SBB-Transportpolizei verbunden ist. Alternativ kann man 0800 117 117 anrufen oder sich an das Zugpersonal wenden.

Die Quelle:

Taschen, Handys, Portemonnaies: 20 Minuten berichtete über die Zunahme von Diebstählen in Zügen.
Taschen, Handys, Portemonnaies: 20 Minuten berichtete über die Zunahme von Diebstählen in Zügen.

Taschen, Handys, Portemonnaies: 20 Minuten berichtete über die Zunahme von Diebstählen in Zügen. Zum Artikel

Autor: Claudia Weiss