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11. November 2013

Chef-Spion

Der Chef als Facebook-Freund?
Wenn der Chef auf Facebook spioniert, kanns schlechte Folgen haben (Bild: Getty Images).

Die amerikanischen Geheimniskrämer der NSA überwachen unser aller Internet, was wir sehen, schreiben, veröffentlichen, übermitteln. Ein ungehöriger Skandal, der aber auch irgendwie ungreifbar ist und für die meisten Menschen schlussendlich ohne persönliche Konsequenzen bleibt. Ohne die Spionage verharmlosen zu wollen: Einen wesentlich direkteren Einfluss auf das eigene Leben haben intime Einträge auf Facebook, getwitterte politische Meinungen oder bei Instagram veröffentlichte Bilder – vor allem wenn Arbeitskollegen oder Vorgesetzte alles pfannenfertig auf den Bildschirm geliefert bekommen. Wer sich allzu Privates in den sozialen Medien nicht verkneifen kann, sollte nur Kollegen ausserhalb der Firma als virtuelle Freunde annehmen. Sonst drohen mühsame Bürogespräche! In der Praxis ist das aber zugegebenermassen einfacher gesagt als getan. Eine Freundschaftsanfrage vom Chef darf nicht unbeantwortet liegen bleiben, und ablehnen kommt sowieso nicht in Frage. Sonst entsteht womöglich der Verdacht, dass der neue Angestellte etwas zu verbergen hat. Wenn also das Handy vibriert und am Bildschirm der rote Hinweis auftaucht, gibt es zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: entweder a) eine Gruppe erstellen, rundherum einen virtuellen Zaun aufziehen und damit alle Mitarbeiter vom Privatleben aussperren. Allerdings erfordert das bei jedem neuen Posting ein hohes Mass an Disziplin. Oder b) Offenheit gepaart mit einer Prise Vernunft. Wenn der Chef von sich aus mit den Angestellten auf Facebook befreundet sein will, darf er sie nicht ausspionieren und den Amerikaner machen.

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