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15. Juni 2015

Den passenden Babysitter finden

Die Anforderungen ans «Hüeti» sind zahlreich: Erfahrung oder ein Kurs, ein Wohnort in der Nähe, Sympathie oder schlicht das Alter (siehe: «Wenn Kinder Kinder hüten»)? Doch nur mit Perfektionismus kommen Sie nie an etwas Freizeit. Wir beantworten die wichtigsten fünf Fragen hinsichtlich Auswahl und Kennenlernen.

Nachwuchs und Babysitter
Ein paar DInge sollten geklärt sein, bevor Nachwuchs und Babysitter Spass haben.

1. Was muss sie oder er überhaupt tun?
Bevor es ans Vorauswählen und Kontaktieren geht, sollten Sie sich darüber klar werden, was genau verlangt wird. Ein Hütedienst ohne andere Aufgaben, nie mehr als drei oder vier Stunden am Stück? Auch tagsüber, wenn die Kids wach und munter sind, oder erst ab dem Zu-Bett-Gehen der Kleinen? Ist der Nachwuchs schon etwas älter, benötigt bei Aufgaben aber manchmal Hilfe? Kommt Aufgabenhilfe oder Besorgungen im Haushalt hinzu, verlässt man den Babysittingbereich, erwartet weitere Kompetenzen, sollte aber auch besser entlöhnen.
2. Welche Erfahrung oder Ausbildung ist gefragt?
Speziell bei den noch ganz kleinen Kindern und wenn sie erstmals ohne Mami oder Papi sind, gilt es, fürs Hüten auf jemanden zurückzugreifen, der diese Art Verantwortung nicht zum ersten Mal trägt. Und ein paar Mal auf Achtjährige aufzupassen, hilft bei Dreijährigen nicht unbedingt viel weiter (oft auch umgekehrt). Aufs Alter bisheriger Schützlinge kommt es also an.
Besonders wenn die Erfahrung noch nicht so gross ist, sind absolvierte (Einführungs-)Kurse mehr als ein kleiner zusätzlicher Trumpf. Natürlich zeigen sie nicht auf, wie jemand in echten Problemsituationen reagiert, dennoch hilfreich, weiss der Babysitter bei Kleinen u.a. über das Tragen oder die eine oder andere Nothilfemassnahme ein wenig Bescheid. Führend als Kursveranstalter ist das Schweizerische Rote Kreuz – Kontakt etwa über Websites:
www.srk-bern.ch, www.srk-zuerich.ch und andere Kantone.

3. Ist ein Kennenlernen zuvor oder ein Schnupper-Halbtag möglich?
Wenn es dem neuen Babysitter und Ihnen zeitlich irgendwie möglich ist, sollten Sie ein erstes gemeinsames Treffen gemeinsam mit dem/den Kind(ern) organisieren. Auch wenn die Referenzen noch so toll sind und die Kleinen sich auf jemand Neues freuen, sollte die Chemie doch annähernd stimmen. Manchmal passt es einfach nicht – und das sieht man meist schnell. In dem Fall sehen sich beide Parteien besser nach anderen Gelegenheiten um.
Bei der Gelegenheit sollten beide Seiten (auch die/der Babysitter!) unkompliziert die Fragen stellen können, die sie beschäftigen: etwa «was tust du, wenn das Kleine nach über fünf Minuten noch immer schreit» auf Elternseite oder auch «mit welchem Erziehungsstil sind die Kinder vertraut» auf Seiten der künftig Hütenden.
4. Wie nahe und flexibel sind Babysitter und Familie?
Ideal ist es schon, wenn die beiden fast um die Ecke wohnen. Längere Distanzen steigern den Aufwand übermässig. In diesem Fall wären Eltern auch mitverantwortlich, dass das «Hüeti» wohlbehalten nach Hause kommt. Es nach Hause zu fahren, wenn man vorhin im Ausgang getrunken hat, ist dann keine gute Idee. Fast wichtiger ist, dass man mit regelmässigen Einsätzen auf beiden Seiten ein wenig an Flexibilität gewinnt. Mit Glück können Eltern Babysitter um einen zusätzlichen Termin anfragen, aber der Hütedienst sich vor stressigen Prüfungen in der Schule auch mal abmelden – wenn auch beides vielleicht nicht erst 10 Minuten vor dem geplanten Einsatz.
5. Hat man die Regeln der Zusammenarbeit geklärt?
Vielleicht tönt es etwas übertrieben, aber selbst bei gegenseitiger Sympathie und vorgängiger Erfahrung als Babysitter können die Vorstellungen von Eltern und (künftig) Hütenden (bei unterschiedlichem sozialen Hintergrund) deutlich auseinanderliegen. Zentrales Beispiel: Vielleicht informieren gewisse Babysitter Eltern während deren Arbeit oder Ausgang nur, wenn es einen Notfall gibt, aber nicht, wenn sich das Kind nicht ganz wohlfühlt. Die Eltern möchten das aber schnellstmöglich wissen, fühlen sich sonst nicht wohl, können den Ausgang gar nicht geniessen. Oder es ist genau umgekehrt. Deshalb ist es wichtig, dass die Erwartungen für (vorhersehbare) Situationen im Voraus besprochen werden. Mindestens so wichtig: Besondere Instruktionen bei leichten Gesundheitsproblemen der Kinder sind vor dem ersten Einsatz erfolgt: Wo sind bestimmte Medikamente, wie und womit wird bei Husten inhaliert ...
Weitere interessante Beiträge zum Thema auf ... www.famigros.ch
http://magazin.betreut.ch
www.netmoms.de www.liliput-lounge.de

Autor: Reto Meisser

Fotograf: Holger Salach