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26. September 2016

Das Sonderheft «Mann/Frau»

Das Migros-Magazin vom 26. September 2016 ist ein monothematisches Extra, mit jeweils einem Artikel aus Frauen- und einem aus Männersicht zum selbem Thema. Alle Texte und Online-Extras finden Sie in dieser Übersicht.

DIE ARTIKEL IM MIGROS-MAGAZIN
Jedes Thema nimmt sich zugleich ein Artikel aus weiblicher und einer aus männlicher Sicht vor:

• Frauen in Männerberufen & Männer in Frauenberufen
• Teenagerliebe mit weiblicher & männlicher (Liebes-)Erklärung
• Kinderspiele von heute für Mädchen & für Buben
• Das Frauenhormon & das Männerhormon
• Kolumnen von Mamma mia & dem (Ex-)Hausmann
• Die Hiltebrand-Schwestern (mit Meta) & die Jäger-Brüder (Dagobert)
• Die Urologin & der Gynäkologe über ihren Beruf
• Porträt einer Transfrau & eines Transmannes
• Prominente Papatöchter & bekannte Mamasöhne
• Die Soziologen Franziska Schutzbach & Walter Hollstein im Interview
• Buntes Allerlei über Frauen & über Männer (PDF)
• Die Grafik mit 15 Unterschieden Mann-Frau (JPG, 860 KB)

DIE ONLINE-EXTRAS
Der Selbsttest: Welcher Frauen- oder Männertyp sind Sie? Zum Artikel
Gebärdensprache: Was «Körpersprecher» Stefan Verra verrät. Zum Artikel


Editorial FRAU: Einen Tag lang ein Mann sein

Cover der «Frauen-Ausgabe»
Cover der «Frauen-Ausgabe»

Hätte ich bei der guten Fee drei Wünsche frei, wäre ich unter anderem gern für einen Tag ein Mann. Ich möchte wissen, wie das ist, wenn Mann zu Beginn einer Sitzung die Hackordnung durch Plauderei und Gestik scheinbar beiläufig festlegt. Oder wie es ist, im Pissoir nebeneinander zu urinieren. Ich würde auch gern einmal die Kraft eines Mannes haben, vollgepumpt mit Testosteron sein und schlafen wie ein Engel, wenn das Baby brüllt. Männer sind einfach anders. Zum Glück.

Wie ich wollte auch der deutsche Reporter Jürgen Schmieder für sein Buch «Der Frauenversteher» genauer wissen, wie das andere Geschlecht tickt. Er begab sich für sein Experiment in eine Bar, wo reifere Damen Jagd auf junge Männer machen, und erlebte, wie unangenehm plumpe Anmache ist. Er simulierte Menstruationsschmerzen und sagt: «Ich war ein Ignorant.» Offenheit und Neugierde haben ihm die Augen geöffnet und ihn zu einem verständnisvolleren Menschen und Ehemann gemacht – was übrigens auch seine Frau bestätigt.

Frau? Mann? Manchmal ist das nicht so klar. Dieses Gefühl, im falschen Körper geboren worden zu sein, muss beklemmend sein. Bea Knecht hiess früher Beat, Niklaus Flütsch Bettina. Beide haben beides erlebt, das Frausein, das Mannsein. Einige der Erfahrungen, die sie mit dem neuen Ich gemacht haben, stimmen nachdenklich. Niklaus Flütsch sagt, dank seiner tiefen Stimme hören ihm die Leute heute besser zu. «Auch wenn ich etwas ebenso Belangloses wie früher erzähle.»

So erhellend es bestimmt wäre, mal für kurze Zeit ein Mann zu sein: Frausein ist schön. Das weiblich Runde und Weiche, die Sensibilität, die Intuition – ich möchte nichts missen. Eine Geburt setzt Kräfte frei, wie sie nur Mütter haben können. Ich bin glücklich, sagen zu können: Ich bin gerne Frau, nichts anderes. Ausser vielleicht beim langen Anstehen vor der Toilette.

Das Migros-Magazin hat Frau und Mann eine ganze Ausgabe gewidmet. Viel Freude beim Lesen wünscht

Sabine Lüthi, Ressortleiterin Reportage

Frau
Frau

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Editorial MANN: Schmachtende Blicke in den Spiegel

Cover der «Männer-Ausgabe»
Cover der «Männer-Ausgabe»

Ist es Ihnen schon mal aufgefallen? In der
Badi oder im Fitnesscenter zum Beispiel. Wenn Männer sich vor dem Spiegel abtrocknen, werfen sie ihrem Spiegelbild schmachtende Blicke zu. Voller Bewunderung. So quasi: «Mein Körper ist ein Geschenk an die Menschheit.» Ins Gesicht geschrieben steht ihnen pralle, selbstbewusste Zufriedenheit.

Bei Frauen ist der Blick meist prüfend kritisch. Wo Mann sich an seinem Ebenbild ergötzt, sehen Frauen in erster Linie Schwachstellen: kritische Hautpartien, tiefe Falten, Dellen, dunkle Augenringe. Da eine Unsauberkeit, dort eine Unebenheit. Der Blick signalisiert: «Mit dieser Frisur kann ich nicht mal unter die Dusche, geschweige denn in die Öffentlichkeit. Und dann diese Figur! OMG!!!»

Wenn Männer und Frauen die Welt betrachten, sehen sie nicht dieselbe Welt. Das Geschlecht definiert den Blick auf fast alle Bereiche des täglichen Lebens. Wohnung putzen, Auto fahren, Freunde treffen – überall sind die Vorstellungen etwas verschoben. Kleider kaufen? Die Jungs mögen es meist simpel und schnell. Kaufen lieber die gleiche Jeans dreimal. Schliesslich sitzt sie ja.

Sogar wenn Männlein und Weiblein andere Menschen betrachten, zeigen sich deutliche Unterschiede. Das haben Tests der Universität von Bristol gezeigt. Beide schauen in erster Linie eher auf Frauen. Während Männer aber auf deren Augen verweilen, checken die weiblichen Pendants den gesamten Körper der betrachteten Frau. Ihr Abtasten will Antwort auf die Frage: «Was hat die, was ich nicht habe?»

Das Migros-Magazin hat den grossen und kleinen Unterschieden zwischen Mann und Frau eine ganze Ausgabe gewidmet. Über jedes Thema ist einmal aus Sicht des Mannes und einmal aus Sicht der Frau geschrieben worden. Sie stossen immer wieder auf dasselbe Thema, aus zwei Blickwinkeln betrachtet.

Wir wünschen Ihnen viel Spass mit dieser sehr speziellen Ausgabe!

Hans Schneeberger, Chefredaktor

Mann
Mann

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