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09. Mai 2016

Das Kreuz mit den Allergenen

Wenn Pollen Hochsaison haben, leidet über die Hälfte aller Allergiker auch beim Verzehr von gewissen Nahrungsmitteln: Man spricht von einer Kreuzreaktion.

Pollen fliegen, Allergiker leiden
Wenn Pollen fliegen, leiden Allergiker – und einige müssen dann sogar auf gewisse Nahrungsmittel verzichten. (Bild Getty Images)

Pollenallergiker haben es manchmal besonders schwer: Schon der Biss in einen Apfel kann zu Beschwerden wie Rötung, Juckreiz und Schwellung der Mundschleimhaut führen – eine sogenannte Kreuzreaktion oder -allergie. Sie tritt auf, weil die Eiweissstrukturen gewisser Pollenallergene denjenigen von Nahrungsmitteln ähnlich sind. Da das körperliche Immunsystem mitunter nicht in der Lage ist, die ähnlichen Strukturen zu unterscheiden, können einzelne Nahrungsmittel vergleichbare allergische Reaktionen auslösen wie Pollen, die über die Atemwege in den Körper gelangen.

Betroffen sind vor allem Baumpollenallergiker. Für mehr als die Hälfte gilt: Wer auf Birke, Erle und Hasel allergisch reagiert, könnte auch keine Nüsse, kein Stein- und Kernobst vertragen. Nach dem Verzehr kommt es zu Juckreiz an den Lippen, Zungenschwellung, Heiserkeit, Atemnot und Nesselsucht bis hin zur allergischen Schockreaktion.

Grundregel: gekocht statt roh geniessen Kreuzallergien können, müssen aber nicht auftreten. Damit eine gesunde und ausgewogene Ernährung gewährleistet ist, sollten Betroffene daher jeglichen Verzicht auf
Nahrungsmittel mit einem Arzt absprechen. Bevor man Diät hält, empfiehlt es sich, ein Ernährungstagebuch zu führen, um mögliche Allergien zu erkennen.

Manchmal reicht Kochen
Zu Reaktionen führen oft Nahrungsmittel, die man roh geniesst. Es kann deshalb ausreichen, diese Nahrungsmittel zu kochen.
In manchen Fällen ist es am besten, in der Pollenflugsaison auf gewisse Dinge ganz zu verzichten. Der Allergietest ist das Mittel der Wahl, um Sensibilisierungen bezüglich verschiedener Pollen und Nahrungsmittel aufzuspüren.

Treten Symptome auf, kann man auf Verschreibung eines Arztes Antiallergika einnehmen. Am besten, man führt immer ein Notfallset mit sich, um im Falle einer allergischen Reaktion schnell eingreifen zu können (Kortisontablette, Antihistaminikum, selten adrenalinhaltiger Pen).
Während eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bei Heuschnupfen in der Regel gute Erfolge zeigt, sind die Wirkungen dieser Behandlung bei pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien nicht vorhersehbar. 

Vassiliki Bekou ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Santémed-Gesundheitszentrum Kreuzlingen TG.

Weitere Infos
Allergiezentrum Schweiz: www.aha.ch

Autor: Vassiliki Bekou