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21. Juli 2014

Das kleine Hausboot-Einmaleins

Das richtige Verhalten auf dem Hausboot will gelernt sein. Das Migros-Magazin gibt Tipps - von A wie Ausrüstung bis Z wie zu Berg.

Wer die wichtigsten Regeln befolgt, braucht nicht über Bord zu gehen.
Wer die wichtigsten Regeln befolgt, braucht nicht über Bord zu gehen.

Ausrüstung: Eine Taschenlampe, Sonnenschutz, Windjacke, Feldstecher, Segelhandschuhe, Mückenspray und Sonnenbrille gehören für den Hausboottörn eingepackt.

Bootstyp: Ist man mit Kuhnle Tours unterwegs, lohnt sich die Investition in den Bootstyp Kormoran, ein Boot im traditionellen Stil. Er ist – anders als die meisten anderen Bootstypen – nicht aus Plastik, sondern aus Holz und Edelstahl.

Charterschein: Bedingung ist eine dreistündige Einweisung, nach der man einen Charterschein ausgestellt bekommt.

Diesel: Hausboote werden in der Regel mit Diesel betrieben. Die Tanks sind so ausgelegt, dass man während eines zweiwöchigen Törns nicht zur Zapfsäule muss.

Echolot: Dieser elektronische Tiefenmesser erleichtert die Navigation und ist für Angler ein Hilfsmittel, um gute Fanggründe zu finden.

Führerscheinfrei: Seit 2000 kann man auf den meisten Seen der Mecklenburgischen Seenplatte führerscheinfrei fahren.

Gepäck: An Bord stört alles, was sich nicht zusammenklappen und verstauen lässt: Den Koffer also zu Hause lassen, Reisetaschen oder Rucksäcke eignen sich am besten.

Haustiere: Auch Vierbeiner sind auf dem Hausboot erlaubt. Allerdings wird meist eine Reinigungsgebühr verlangt.

Information: Jedes Boot enthält ein «Kapitänshandbuch» mit allen wichtigen Infos.

Kaution: Je nach Bootstyp muss man am Anfang eine Kaution von 1000 bis 2000 Euro hinterlegen. Die bekommt man am Ende der Ferien zurück, sofern alles noch heil ist.

L andgang: Das Schiff immer schön festknoten, sonst gibts bei der Rückkehr eine böse Überraschung!

M anövrieren: Beim Einparkieren lässt man am besten das Steuer los und manövriert mit den Knöpfen des Bugstrahlruders.

N autik: Backbord liegt links, Steuerbord rechts.

Offline: Auf dem Wasser gibts kein W-Lan, also einfach mal die Seele baumeln lassen.

Promillegrenze: Auch auf dem Wasser sind nicht mehr als 0,5 Promille erlaubt.

R ollenverteilung: Die waschechte Schiffscrew beinhaltet folgende Rollen: Der Chief ist der Motorentechniker, der Purser verwaltet Bordkasse und Proviant, der Smut kocht, und der Kochsmaat wäscht ab.

Schwimmweste: Wenn niemand auf dem Boot einen Bootsführerschein hat, gilt auf Deck Schwimmwestenpflicht.

Törnplanung: Binnen oder Bodden, Küste oder Kanal: Mit dem Schiff kann man bis nach Berlin, Hamburg oder Frankreich fahren.

Urlaubsfischereischein: Für 20 Euro bekommen Urlauber eine vierwöchige Angelerlaubnis.

Vorfahrt: Der Berufsschifffahrt immer den Vortritt lassen.

Wasserwanderraststätte: Hinter dem Zungenbrecher nach bester DDR-Manier verbirgt sich ein Anlegeplatz für den Landgang oder die Übernachtung. Die Preise bewegen sich um die 15 Euro pro Halt/Übernachtung, man bringt sie am besten im zuständigen Hafenbüro in Erfahrung.

Zu Berg: Fahrten zu Berg (gegen die Strömung) dauern etwas länger als zu Tal (mit der Strömung).

Autor: Silja Kornacher

Fotograf: Jan Feindt