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09. Juli 2012

«Das Internet erhöht die Motivation»

Kinder lernen besser mit Computer und Internet: Das zeigt eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) über die Lernplattform www.mymoment.ch, auf der Schüler Geschichten schreiben und austauschen.

Andy Schär (58)
Andy Schär (58) arbeitet für die Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht, Aarau und Solothurn. (Bild: zVg.)

Andy Schär (58) arbeitet für die Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht, Aarau und Solothurn.

1. Andy Schär, die Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zeigt: Kinder profitieren vom Lernen am Computer. So schreiben zum Beispiel diejenigen, die für ihre Texte die Plattform www.mymoment.ch nutzen, besser als Schüler, die mit herkömmlichen Mitteln arbeiten. Woran liegt das?

Schreiben auf www.mymoment.ch bietet mehr Möglichkeiten als das Schreiben in ein Heft. Beiträge können verändert und ergänzt werden, auch Wochen nach der ersten Version einer Geschichte. So schreiben die Kinder deutlich mehr, üben also auch mehr. Und sie schreiben für ein Internetpublikum und nicht für die Lehrer. Das erhöht die Motivation. Das Lesen der Geschichten der anderen Kinder hilft zusätzlich, die eigene Geschichte auszugestalten.

2. Würden Sie in den Schulen das Lernen mit Internet empfehlen?

Unbedingt, das Internet gehört heutzutage in jede Schule und in jedes Klassenzimmer.

3. Besteht nicht auch die Gefahr, dass über das Lernen mit dem Internet eine Art Sucht entsteht, weil das Kind nicht bei den Lernseiten bleibt?

Solange das Internet eine Freizeitbeschäftigung unter anderen ist, sehe ich ein geringes Suchtpotenzial. Wichtig ist, wofür das Internet gebraucht wird: ob zum Gamen, Schreiben, Lesen, Recherchieren, Lernen. Zwar ist Internetkonsum nicht mit Bücherlesen gleichzusetzen. Trotzdem: Wer spricht von Suchtpotenzial, wenn Kinder sich in eine Ecke zurückziehen, tagelang in Büchern lesen und nachts unter der Decke mit der Taschenlampe weiterlesen?

4. Was ist Ihre Erfahrung: Nimmt die Schule ihre Verantwortung im Umgang mit dem neuen Medium Internet wahr?

Das hängt von den kantonalen Vorgaben ab. Beispielsweise führt der Kanton Solothurn das Fach Medienbildung im Stundenplan. Andere Kantone gehen hier nicht so weit.

5. Ab welchem Alter sollen Kinder zu Hause Zugang zum Internet bekommen?

Kinder sollen anfangs nur begleiteten Zugang zum Internet erhalten. So kann auf die Interessen der Kinder eingegangen werden. Tipps zur Bedienung sind hilfreich. Doch muss man lesen können, um sich intensiver im Internet zu bewegen, womit sich die Altersfrage beantwortet.

Der Artikel zum Thema von PCtipp.ch vom 13.06.2012.
Der Artikel zum Thema von PCtipp.ch vom 13.06.2012.

Die Quelle:

Den ganzen PCtipp.ch-Artikel, der den Anstoss zu den Fragen lieferte, lesen Sie hier

Autor: Thomas Vogel