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03. Januar 2017

Das Brautkleid passt noch immer

Drei Jahre nach ihrem Abnehmerfolg im Migros-Magazin stellt sich die Frage: Konnte Heidi Bacchilega ihr Gewicht halten? Tatsächlich: Das Brautkleid von 1994 sitzt und hat Luft. Das komplette Abnehmprotokoll von 2014 finden Sie unter «Zurück im Brautkleid».

Heidi Bacchilegas Brautkleid
Heidi Bacchilegas Brautkleid von 1994 passt auch 2017 noch wie angegossen.

Grüntee statt Prosecco, Work-out statt Aus­reden – mit diesen Waffen hat Heidi ­Bacchilega in sechs Monaten 28 Kilogramm abgenommen. Das war 2014. Und es war ein sehr gutes Gefühl, plötzlich schlank zu sein, eine Grösse 40 zu tragen. «Ich habe heute zwar fünf Kilo mehr, aber so passt es perfekt für mich», sagt die Migros-Magazin-Redaktorin und schlüpft zum Beweis in ihr Brautkleid, das auch 2017 sitzt wie angegossen. «Ich habe eben keine Diät gemacht, sondern die Ernährung umgestellt», erklärt die 49-Jährige.

Leicht gefallen ist ihr dies nicht: Besonders der Verzicht auf Pasta, Pizza, Prosecco und Pane (Brot) sei für sie wie ein Entzug gewesen, räumt Heidi Bacchilega ein. Schon nach drei Tagen sei es aber einfacher geworden. «Es gibt so viele Ernährungstheorien. Ich musste herausfinden, was mir guttut.» Und nebenbei musste sie standhaft bleiben, wenn sie für ihren Mann und ihre beiden Teenagerjungs kochte oder ihnen Nutellabrote strich.

Beim Pastaverzicht ist Heidi Bacchilega bis heute geblieben – mit wenigen Ausnahmen. Stattdessen isst sie mehr sogenannt gute Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Süsskartoffeln oder Reis. Während der sechs Monate war die Geniesserin jedoch ganz streng mit sich: Sie erlaubte sich auch keine Süssigkeiten, kaum Fett und keinen Alkohol. «Ganz ohne Leiden geht es einfach nicht, wenn man abnehmen will», resümiert Bacchilega. Sie sei manchmal mit Hunger ins Bett gegangen. Als hilfreich empfand Heidi Bacchilega auch, dass sie vor ihren Leserinnen und Lesern bestehen musste.

Heute isst sie an vier Tagen in der Woche weiterhin so wie während der Umstellungsphase. Sie achtet besonders darauf, nichts zwischen den Mahlzeiten zu schmausen. Von Freitag bis Sonntag isst sie, was auch ihrer Familie schmeckt, und dann dürfen es auch mal Käsespätzli sein.

Kein gedankenloses Futtern
Ebenfalls geblieben ist der Sport. Heidi Bacchilega bewegte sich schon immer sehr gern, aber während der Abnehmphase trieb sie besonders intensiv Sport. «Nach zwei Stunden Training verliess ich das Studio jeweils zufrieden, mit einer anderen Ausstrahlung und Körperhaltung», so Bacchilega. Bis zum heutigen Tag trainiert sie zweimal pro Woche an Geräten Kraft und spielt zweimal pro Woche Tennis.

«Ich bin so zufrieden mit meinem Gewicht, wie ich es früher in meiner Jugend nie war», und stellt fest: «Ich will nie mehr so viel Gewicht haben.» Für die Hobbyköchin bedeutet dies weder Qual noch Verzicht, vielmehr Ansporn, sich bewusst etwas Genussvolles zu gönnen. Ein gedankenloses Hineinfuttern wie früher wird es jedoch nicht mehr geben. Weiterhin helfen werden ihr kleine Tricks, wie den Grüntee mit geriebenem Ingwer zu aromatisieren, der die Fettverbrennung ankurbeln soll. Oder einen Hamburger mit geraffelten Süsskartoffeln statt mit Weizenmehl zu binden.

Es freut Heidi Bacchilega, dass sie andere Menschen inspirieren oder gar zum Abnehmen motivieren kann. Sei es eine Freundin, den Zahnarzt ihrer Kinder oder die vielen Leserinnen und Leser, die ihr unterstützende E-Mails geschrieben haben. «Geholfen hat mir auch die Erkenntnis, dass die meisten aufs Gewicht achten müssen. Auch wenn sie das Gegenteil ­behaupten», sagt sie.  

Kein Jo-Jo-Effekt

Drei Dinge, die Heidi Bacchilega helfen, spielend in Form zu bleiben und ihr Gewicht zu halten:

Trainieren: «Jeweils zweimal pro Woche stemme ich im Fitnessstudio Gewichte und halte mich auf dem Crosstrainer fit.»

Tennis: «Ich spiele dienstags und mittwochs eine Stunde Tennis. Zusätzlich nehme ich an Wochenenden an Turnieren teil.»

Essen: «Ich habe immer Quark im Kühlschrank. Wenn mich unerwartet der Hunger plagt oder wenn ein üppiges Essen ansteht, nehme ich an diesem Tag nur Quark mit Früchten zu mir. So wird meine Kalorienbilanz nicht zu arg strapaziert.»

Autor: Susanne Wagner

Fotograf: René Ruis