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06. Februar 2012

Das Berliner Sprungbrett

Im letzten Jahrzehnt brachte die Wahl zum «Shooting Star» an der Berlinale schon vor Max Hubacher einigen Schweizer Filmschauspielern Glück – und verbesserte Casting-Chancen. migrosmagazin.ch nennt die bekannten Vorgänger mit Ihren Rollen und listet die Top Ten der Schweizer Filme nach Kinoeintritten auf. Ist Ihr Favorit dabei?

Max Hubacher (links) in 'Der Verdingbub'
Max Hubacher (links) in 'Der Verdingbub' (Bild: PD)

Nach zwei Jahren Pause hat die Schweiz mit Max Hubacher wieder einen Shooting Star an der Berlinale. Bis 2009 hatte es jedes Jahr eine Schweizerin oder ein Schweizer geschafft, darunter inzwischen bekannte Namen wie Martin Rapold, Mona Petri, Carlos Leal, Nils Althaus und Joel Basman. Die zehn ausgewählten Jungschauspieler aus 33 europäischen Ländern repräsentieren die Nachwuchshoffnungen des Kontinents. Jedes Land kann jedes Jahr einen Kandidaten ins Rennen schicken, eine Jury wählt daraus dann die zehn besten, die während der Berlinale ihre Awards erhalten, Gelegenheit haben, sich zu präsentieren, Casting-Direktoren aus aller Welt kennenlernen und an ihrem internationalen Netzwerk arbeiten können.

Max Hubachers Vorgänger und ihre Filme

Celine Bolomey (2009): Ihre Auszeichnung beruhte vor allem auf dem Erfolg als Hauptdarstellerin in Du bruit dans la tête (2008) von Vincent Pluss. Darin spielte sie eine junge Frau, die nach Auslandstudien nach Genf zurückkehrt und sich in einen Strassenverkäufer verliebt. Seither sorgte sie in Impasse du désir (2010) von Michel Rodde für Furore. Dort entledigt sie sich ihres älteren Partners, worauf der Psychiater mit einem Patienten einige Wirren durchmacht…
Joel Basman (2008): Er fiel etwa in einer Nebenrolle von Happy New Year (2008) auf. Neben ein paar Rollen in deutschen Krimi- und anderen TV-Filmen überzeugte er in einer der sechs Paraderollen von Michael Steiners Berg-Epos Sennentuntschi (2010).
Nils Althaus (2007): Nach der Auszeichnung bekam er die Hauptrolle in Happy New Year von Christoph Schaub, als Taxi fahrender Herzensbrecher und Lebenskünstler. In Bettina Oberlis exzellent besetztem Tannöd (2010)erhielt er eine hübsche Nebenrolle, jetzt steht sein Filmstart in Xavier Kollers Eine win iig, dr Dällebach Kari (2012) als junger Kari auf dem Programm.
Carlos Leal (2006): Seine Vielseitigkeit bewies der Westschweizer (Ex-)Musiker als 'Rüpel' Paco im wenig märchenhaften Snow White (2005) von Samir, neben der seither etwas vergessenen Julie Fournier. 2006 erhielt er den Karriere fördernden Auftritt im James-Bond-Streifen Casino Royale, seither bekam er Rollen in vielen spanischen, französischen und amerikanischen Produktionen, eine breit beachtete Hauptrolle war allerdings nicht darunter.
Mona Petri (2003): Lanciert hatte sie die Karriere etwa im TV-Film Füür oder Flamme (2003), 2006 spielte sie eine beachtete Nebenrolle in Christoph Schaubs Au pair-Story Jeune Homme, 2011 kam sie mit Flucht aus Tibet (z.B. mit Carlos Leal) oder Fliegende Fische müssen ins Meer ins Kino.
Martin Rapold (2000): In den letzten zehn Jahren bekam er prominente Rollen in der RS-Burleske Achtung fertig Charlie (2003), den männlichen Hauptpart in Riccardo Signorells Nocturne (2004) oder zuletzt in der Thomas Hürlimann-Verfilmung Der grosse Kater von Wolfgang Panzer (2011) eine Nebenrolle neben Bruno Ganz, Christiane Paul und Ulrich Tukur.
Als deutsche und internationale Shooting Stars wurden bisher unter anderem Daniel Craig, Rachel Weisz, Ludivine Sagnier, Carey Mulligan, Moritz Bleibtreu, Franka Potente, Jürgen Vogel, Heike Makatsch oder Daniel Brühl ausgezeichnet.
Die Auszeichnung für jährlich zehn Talente (bis 2007 waren es auch mal bis zu 25) wird von der European Film Promotion EFP im Rahmen der Berliner Filmfestspiele verliehen.
Alle Gewinner: www.shooting-stars.eu

Die Top Ten der erfolgreichsten Schweizer Filme aller Zeiten

«Der Verdingbub» mit Max Hubacher, der Schweizer Erfolgsfilm von 2011 (noch im Kino), hat es in der Liste der Filme mit den meisten Kinoeintritten bereits auf Rang 9 geschafft.
Welcher der Top Ten-Streifen ist Ihr Favorit? Diskutieren Sie in den Kommentaren (unten) mit.

Titel und Eintritte
1. Die Schweizermacher (1978) 940’558
2. Die Herbstzeitlosen (2006) 596’491
3. Mein Name ist Eugen (2005) 578’950
4. Grounding (2006) 378’425
5. Ein Schweizer namens Nötzli (1989) 350’681
6. Ernstfall in Havanna (2002) 313’617
7. Vitus (2006) 270’606
8. Höhenfeuer (1985) 254’901
9. Der Verdingbub (2011) 226’000
10. Handyman (2006) 207’885
(Zahlen: Pro Cinema)
Auf über 400‘000 Eintritte brachten es nur drei Filme, davon aber immerhin zwei in den letzten Jahren. Auffällig: Die vier Dramen (zählt man das Dokudrama «Groundig» dazu) rangieren auf den hinteren Plätzen, die Komödien klar weiter vorne. Zuoberst thront mit den «Schweizermachern» jedoch eine Mischform mit komischen, vereinzelt aber recht ernsten, ja sozialkritischen Zügen.
Ist Ihre Nummer 1 dabei?
Was halten Sie von den Schweizer Top Tens, ist Ihr Lieblingsfilm dabei?
Welches wäre überhaupt Ihr Favorit? Und warum?
Diskutieren Sie hier in den Kommentaren mit …

Autor: Reto Meisser