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16. Juni 2014

Das Beet ist voll!

Immer schön Abstand halten – das gilt auch beim Setzen. Ja, ja, sagt die «Bohne, Bluescht & Berger»-Bloggerin und pflanzt fröhlich weiter.

Leere Beete
Der Bohnebluscht-Garten im Frühling 2013. Da herrschte noch Disziplin!

Kürzlich habe ich in einem Gartenheftli gelesen, dass es gerade Anfängern gern passiert, dass sie den Ausbreitungsdrang ihres Grünzeugs unterschätzen. Demnach wäre ich eine äusserst blutige Anfängerin, und das trotz bald zwei Jahrzehnten Gartenbuddlerei! Lücken im Beet sind mir nämlich prinzipiell ein Graus, weshalb ich jeden Frühling in einen Einlochtaumel verfalle: hier noch ein Pflänzli und da noch eins, und dort zwischen die mickrigen Setzlinge, da passen noch mindestens zwei wenn nicht drei rein!
Dabei weiss ich doch spätestens seit der Lektüre von «Der Biogarten», der Bibel der Biogartenbuddler, dass ich mit meiner Taktik in meinem Paradies einen regelrechten Krieg um Licht, Wasser und Nährstoffe auslöse. Mal abgesehen davon, dass der dichte Dschungel, der sich da unweigerlich entwickelt, paradiesische Bedingungen für Blattpilze bietet.
Und darum versuche ich mich jedes Jahr aufs Neue zu disziplinieren. Heuer beispielsweise habe ich bei den Buschbohnen brav die auf dem Säckli vorgegebenen 8 Zentimeter Abstand zwischen den Samen eingehalten. Bei der verlangten Breite der Reihen von 40 Zentimetern wars mit der Disziplin aber bereits wieder vorbei. 40 Zentimeter? Das hätte gerade mal vier Reihen pro Beet ergeben. Ich habe mich dann mit mir auf fünf Reihen geeinigt. Und die machen sich sehr gut, zumindest bis jetzt, wo die fünf statt vier Reihen Böhnli gerade erst aus dem Boden gucken. Spätestens in ein paar Wochen wird hier dann aber wohl der Dichtestress ausbrechen. Und mein Grünzeug laut «Das Beet ist voll!» skandieren.
Wobei: Im letzten Jahr wars zwar tatsächlich irgendwann so weit, dass ich zur Machete greifen musste , um Bohnen, Rüebli, Fenchel, Salat und Erdöpfel ernten zu können. Und trotzdem – oder erst recht? – durfte ich eine Rekordernte einfahren.
PS: Im oben zitierten Artikel waren ein paar Massangaben fürs Gemüsebeet notiert. Kopfsalat beispielsweise verlangt demnach einen Abstand von 25 Zentimetern zwischen den Setzlingen und 30 Zentimetern zwischen den Reihen, Erdöpfel 30 repektive 60 Zentimeter und Mangold 30 respektive 35 Zentimeter. Gott sei Dank, gibt es keine gesetzlichen Vorschriften für die Bodenhaltung von Gemüse, kann ich da nur sagen!
Haltet Ihr immer schön brav Abstand? Oder funktioniert Ihr eher wie Frau Bohnebluescht, die in jede (vermeintliche) Lücke noch ein weiteres Pflänzchen reindrückt? Outet Euch über einen Kommentar, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos (Infos zu beidem siehe oben rechts).

Autor: Bohne, Bluescht & Berger

Fotograf: Bohne, Bluescht & Berger