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07. November 2016

Darf man Einladungen nach Gutdünken modifizieren?

Kolumnist Philipp Tingler beantwortet jede Woche eine Frage des modernen Benehmens. Diesmal: Darf man Einladungen nach Gutdünken modifizieren?

Darf man Einladungen nach Gutdünken modifizieren?
Eine Einladung ist kein Wunschkonzert.

«Unlängst erreichte mich die Zuschrift einer Dame, die auf eine Einladung zum Abendessen von einem Paar die Antwort erhielt, man habe am fraglichen Datum eine andere Verpflichtung, werde aber versuchen zu kommen, jedoch nur für eine gute Stunde. Die Dame fragte: Darf man das?

Antwort: So nicht. Zunächst ist ‹wir versuchen, zu kommen› weder Absage noch Zusage, hilft also dem planenden Gastgeber nicht. Des Weiteren handelte es sich bei der fraglichen Einladung um ein gesetztes Abendessen, für das eben Vorbereitungen und eine Sitzordnung erforderlich sind.

Eine derartige einseitige Modifikation der Einladung seitens der Gäste wäre beispielsweise bei einer grösseren Cocktailparty weit weniger problematisch. Bei einem Essen ist es allenfalls zulässig, unter Hinweis auf andere Verpflichtungen zu fragen: Wäre es okay, wenn wir nur zum Dessert dazukämen?»

Autor: Philipp Tingler

Illustrationen: Andreas Klammt