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25. Februar 2013

Dank Laufen fit für die Sterneküche

Beim Laufen kann Sternekoch Philippe Chevrier (52) wunderbar abschalten und neue Ideen finden für sein Restaurant Domaine de Châteauvieux. Doch der Sport ist nicht nur beschaulich: Die Laufwettbewerbe haben im Romand den Wettkampfgeist geweckt, der ihn heute in der Küche so erfolgreich macht.

Starkoch Philippe Chevrier beim Laufen
Die Fitness und Konzentrationsfähigkeit für seinen anspruchsvollen Job holt sich Starkoch Chevrier beim Laufen.

Das Migros-Magazin besuchte Sternekoch Philippe Chevrier in seiner Küche und begleitete ihn mit der Kamera beim Training: Zum Video

Der Genfer Philippe Chevrier ist ein leidenschaftlicher Koch und ein passionierter Läufer. Mit 22 Jahren suchte er einen Sport, der sich mit seinem Beruf vereinbaren liess, und fand zum Laufen. «Ich merkte bald, dass das Laufen den Charakter formt, leidensfähig und stark macht.» Der sympathische Sternekoch fand Geschmack an Wettkämpfen wie Bergläufen und Marathons. Doch als er das Restaurant Domaine de Châteauvieux in Satigny GE übernommen hatte, vernachlässigte er den Sport. Vor zwei Jahren besann er sich auf seine Laufleidenschaft und verlor innert Kürze die 25 Kilo, die er nach und nach zugenommen hatte. «Ich hielt mich bei Käse, Brot und Wein zurück, liess mir aber die Freude am Essen nicht nehmen.»

Manchmal ist es hart, in der Küche wie im Sport

Heute trainiert Chevrier vier- bis fünfmal pro Woche zwischen einer und zweieinhalb Stunden. Am liebsten allein, im eigenen Rhythmus, versunken in seinen Gedanken. Viele Ideen für seine Küche findet der 19-Punkte-(Gault Millau)- und Zwei-Sterne-Koch (Guide Michelin) beim Laufen. Ambitioniert sei er in der Küche wie beim Laufen, meint Chevrier. Dank der Läufe habe er gelernt, auch in der Küche Wettkampfgeist zu entwickeln. «Mein Beruf ist ein Elitesport, man muss jeden Tag noch besser sein. Manchmal ist es hart, in der Küche wie beim Sport. Aber es lohnt sich.»

«Laufen gehört zu meinem Leben»

Die Zeit für das Training muss sich der 52-Jährige erkämpfen. Manchmal joggt er um Mitternacht mit der Stirnlampe ausgerüstet die zwölf Kilometer nach Hause. «Laufen gehört zu meinem Leben. Ich habe es lange vernachlässigt, das passiert mir nicht mehr. In der Gastronomie schenkt man seinen Gästen viel Zeit. Ab und zu ein wenig für sich zu nehmen, tut sehr gut.»

Autor: Caroline Doka

Fotograf: Nicolas Righetti / Rezo