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23. Februar 2015

Crash-Test für Wohneigentümer

Die Schweizer Wirtschaft steht vor schwierigen Zeiten. Muss ich als Hausbesitzer nun ebenfalls Verluste befürchten?

Hypotheken Migros-Bank
Noch nie waren Hypotheken so günstig: Nach der Finanzkrise wurde zunächst nur die Libor-Hypothek deutlich billiger. Nun ist auch der Zins der zehnjährigen Festhypothek auf einem historischen Tiefststand.

Diese Gefahr ist gering. Den rekordtiefen Zinsen sei Dank. Dadurch sparen Sie als Eigentümer so viel Geld, dass Sie selbst einen massiven Einbruch der Immobilienpreise unbeschadet überstehen könnten. Wohlgemerkt: Ein solches Szenario erwarten wir nicht.

Doch rechnen wir den Crashtest einmal durch. Als Ausgangspunkt dient uns die nebenstehende Grafik. Daraus sehen Sie, dass sich ab 2008 zunächst nur die Libor-Hypothek stark vergünstigt hat. Allerdings bietet diese Hypothek dem Immobilienbesitzer weniger Sicherheit. So abrupt, wie der Zinssatz damals sank, könnte er irgendwann auch wieder steigen. Ganz anders bei der zehnjährigen Festhypothek, bei der man seine Ausgaben auf eine lange Frist fix kalkulieren kann. Diese war bisher allerdings deutlich teurer als die Libor-Hypothek. Daher verzichteten viele Hausbesitzer auf die Budgetsicherheit. Doch nun hat sich das radikal geändert: Heute ist auch die langfristige Finanzierung enorm günstig. Die Einsparung erreicht rasch eine sechsstellige Summe.

Nehmen wir an, Sie besitzen ein Haus im Wert von einer Million Franken und die Hypothek beträgt 800 000 Franken. Im Jahr 2008 hätte Sie eine zehnjährige Festhypothek über die gesamte Laufzeit 360 000 Franken gekostet (pro Monat 3000 Franken). Der damalige Zinssatz von 4,5 Prozent entspricht übrigens ziemlich genau dem historischen Durchschnittszins.

Aktuell kostet die gleiche zehnjährige Festhypothek noch rund ein Drittel davon, nämlich 120 000 Franken. Damit sparen Sie im Vergleich zum historischen Durchschnitt als Hauseigentümer stolze 240 000 Franken. Das bedeutet: Die tieferen Zinskosten reichen aus, um einen Wertverlust Ihrer Immobilie von 24 Prozent nach zehn Jahren zu kompensieren. Im Beispiel könnte der Wert Ihres Hauses folglich von einer Million auf 760 000 Franken sinken, und Ihre finanzielle Situation wäre immer noch gleich wie im Jahr 2008. Ein beruhigendes Polster. Eindrücklich auch, um wie viel die Zinsausgaben aller privaten Wohneigentümer zusammen gesunken sind: 10 Milliarden Franken pro Jahr.

Mein Tipp, wenn in nächster Zeit eine neue Diskussion zu den Immobilienpreisen aufflammt: Sichern Sie Ihr Budget über eine langfristige Finanzierung ab, und legen Sie das eingesparte Geld auf die Seite. Dank dem Reservepolster können Sie sich danach getrost zurücklehnen.


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Autor: Albert Steck