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08. September 2014

Coitus interruptus bei Bohneblueschts

Kopulierende Füdliblutt-Schnecken im Gartenbeet? Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin greift zur Schere!

Kopulierende Nacktschnecken
Sorry, Ihr zwei, aber das wird nix mit der nächsten Generation!

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, heuer den Nacktschnecken hier auf dem Blog keine Plattform mehr zu bieten. Schliesslich haben sie bereits den ganzen verschifften Frühling 2013 lang für Gesprächsstoff und eine Rekordzahl an Kommentaren und Tipps gesorgt «Angriff der FKK-Schnecken».

Und so habe ich in den letzten paar Wochen zwar zähneknirschend, aber stillschweigend das getan, was ich halt mit meiner Gartenschere so zu tun pflege, um Salat, Walderdbeeri und Tagetes nicht teilen zu müssen.

Nun aber ist der Zeitpunkt gekommen, mein Schweigen zu brechen! Denn das, was momentan im Bohnebluescht-Garten zwischen den Zucchetti, unter dem Rhabarber und hinter der Holzbeige abgeht, droht Auswirkungen bis weit hinein in die nächste Garten- und damit -blogsaison zu haben.

Im Bohnebluescht-Garten wird nämlich gerade die Saat für die nächste Schleimergeneration ausgebracht. Oder etwas direkter formuliert: Im Bohnebluescht-Garten wird zurzeit gerammelt, dass sich die Sonnenblumen biegen. Überall und hemmungslos, wie ich das sonst nur von unseren Chüngelmännern kenne, die ja nicht umsonst «Rammler» heissen.

Okay, das Wort «rammeln» ist vielleicht gar überspitzt, schliesslich sprechen wir hier von Schnecken, und die machen ja bekanntlich alles im Zeitlupentempo. So oder so wird aber jede der rammelnden Schnecken in ein paar Wochen bis zu 400 Eier legen. Und wenn ich «jede» schreibe, dann meine ich das auch so: Schnecken sind nämlich Zwitter und können sich in der Folge gegenseitig beglücken, womit wir bereits bei 800 Eiern pro Liebesakt wären.

Drum werde ich in den nächsten paar Tagen meine Pirschgänge durch den Garten ausweiten und im jeweils richtigen Moment die Schere ansetzen. Denn erstens sind die Schleimer in dem Moment eh blind vor Liebe und somit leichte Beute und zweitens: Gibt es einen besseren Moment, als zum Zeitpunkt höchster Ekstase ins Jenseits spediert zu werden? Eben. Die Franzosen zumindest nennen den Orgasmus gern auch «la petite morte – der kleine Tod». Und die sind ja bekanntlich grosse Schneckenliebhaber.

Wann und wo macht Ihr Eure Schnecken zur Schnecke? Greift Ihr dafür zur Gartenschere, zum Schneckenkorn, zur Laufente? Outet Euch über einen Kommentar, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos (Infos zu beidem siehe oben rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger