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27. Juli 2015

Clever giessen

Pflanzen brauchen Wasser, jetzt im Sommer sowieso. Wie oft Sie zur Giesskanne oder zum Schlauch greifen müssen, können Sie mit ein paar einfachen Tricks beeinflussen.

Giessen, lieber 1-2 Mal pro Woche richtig
Giessen, lieber ein bis zwei Mal pro Woche richtig als täglich nur oberflächlich. (Bild: Getty Images)

Wer in der prallen Mittagshitze giesst, darf sich nicht wundern, wenn ein Grossteil des Wassers wirkungslos in der Luft verpufft. Ob es schlauer ist, morgens oder abends loszulegen, darüber scheiden sich jedoch die Geister.
Für den Morgen spricht, dass Blätter und Blüten untertags abtrocknen, was die Entstehung von Pilzkrankheiten minimiert.
Und: Die Schnecken hatten nicht die ganze Nacht Zeit, den Wasserfilm für ihre (Fress-)Attacken zu nutzen. Für den Abend wiederum, dass die Pflanzen das Wasser während der kühlen Nacht besser aufnehmen.

So oder so: Giessen Sie lieber ein bis zwei Mal pro Woche gründlich als täglich und nur oberflächlich. Ausnahme von der Regel sind junge Setzlinge oder Ansaaten, deren Wurzeln noch nicht tief reichen. Dabei wird das Giesswasser mit einer weichen Brause direkt im Wurzelbereich auf den Boden gegeben. Das spart Wasser, erschwert Unkraut und Schnecken das Leben und vermeidet ein Verschlämmen.

Die oft gehörte Meinung, dass auf den Pflanzen verbleibende Tropfen einem Brennglas gleich Blätter verbrennen könnten, ist unterdessen wissenschaftlich widerlegt.
Ein Mal hacken spart zwei Mal giessen, diese Gärtnerweisheit hingegen «verhebt»: Ein feinkrümeliger Boden kann das Wasser tatsächlich besser halten. Eine fünf Zentimeter dicke Mulchdecke aus Rasenschnitt, Stroh, Laub, Chinaschilf, Hanffasern oder Kies verringert die Verdunstung gleich noch einmal.

Die meisten Pflanzen bevorzugen Regenwasser, da dieses weniger kalkhaltig als das aus der Leitung ist.
(Zu) kaltes Giesswasser? Befüllen Sie Ihre Kanne nach dem Giessen erneut und parkieren Sie sie in der Sonne. Zwei kleine Kannen lassen sich übrigens besser schleppen als eine einzelne grosse – Ihr Rücken dankt es Ihnen!

TIPPS

Regenwasser sammeln

Das günstigste Giesswasser liefert nach wie vor Petrus – und das frei Haus. Die gängigste Auffangmethode ist ein Fallrohr mit Klappe, welches das Wasser vom Dach in die Regentonne leitet.

Ein stabiler Deckel hält Verdunstung sowie Mückenansiedlung in Grenzen und sichert die Tonne vor spielenden Kindern.

Ein an der Tonne montierter Wasserhahn erleichtert das Befüllen der Giesskannen.

Die grössere Variante der herkömmlichen Tonne ist ein Regenwassertank, beispielsweise aus Polyethylen. Er wird entweder frei aufgestellt oder an einer gut zugängigen Stelle im Boden versenkt. Im zweiten Fall kommt eine Pumpe zum Zug.

Tonne wie Tank ein Mal pro Jahr ganz leeren und mit einer Bürste reinigen.

Autor: Almut Berger