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26. November 2012

Drei typische Missverständnisse

Gewisse Fragen, Probleme und Missverständnisse rund um die Sexualität sind regelrechte Klassiker, da sie bei vielen Paaren auftreten. «Blick»-Sexberaterin Caroline Fux gibt Tipps dazu.

Sex beginnt nicht an der Bettkante
Sex beginnt nicht an der Bettkante. (Bild Keystone)

1. Das Timing für Sex: Er möchte nach einem anstrengenden Tag zu Hause am liebsten gleich loslegen, weil ihn das entspannt und Nähe schafft. Danach würde er gemütlich zu zweit den Abend ausklingen lassen.
Sie möchte lieber zuerst mit ihrem Mann kochen, essen und reden. Danach folgt als krönender Abschluss der so geschaffenen Nähe guter Sex.
Vorschlag: Beide sollten flexibler werden. Warum nicht an einem Abend Sex am Anfang, ein andermal am Ende? Oder zwischendurch?
Manchmal braucht es etwas Kreativität, um die Bedürfnisse zweier Partner auf einen Nenner zu bringen.
2. Die Lust: Männer haben oft einen sehr direkten Zugang zu Lust und Sexualität und kommen gerne auf den Punkt.
Für Frauen können Dinge Raum für Lust schaffen, die zunächst gar nicht unbedingt mit Sex zu tun haben scheinen: Die Mithilfe im Haushalt, das intime Gespräch, das kreative Präsent.
Vorschlag: Das Paar sollte daran denken, dass Sex nicht erst an der Bettkante anfängt. Wer einen lustvollen Alltag hat, hat auch gute Chancen auf lustvollen Sex. Dazu gehören Aufmerksamkeiten, aber auch Sinnliches fernab des Betts: Inspirationen durch Kultur, feines Essen, gute Gespräche.
Gerade für Frauen können diese Dinge mehr mit Sex zu tun haben als Reizwäsche oder der schnelle Griff an den Po.
3. Die Orgasmusfrage: Sie hatte beim Liebesakt keinen Orgasmus und ist dennoch erfüllt und befriedigt.
Ihn lässt das ratlos zurück, denn für ihn ist Sex ohne Höhepunkt ein Frust.
Vorschlag: Sie erklärt ihm, dass sie Sex auch ohne Orgasmus geniessen kann. Sie kann auch klar sagen: «Heute klappts einfach nicht.» Eine Rückmeldung wie «das war jetzt sehr schön mir dir» gibt ihm dennoch die Bestätigung, die er braucht. Der Mann darf und muss solchen Aussagen vertrauen und etwas entspannter zur Sache gehen.

Autor: Yvette Hettinger