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28. September 2015

Brot? Ja, aber...

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein hat auch das Brot in Verruf gebracht. Worauf man beim Brotgenuss achten sollte.

Brot
Trotz Low-Carb-Trend: Brot lässt sich gut in eine ausgewogene Ernährung integrieren.

Brot ist in unserem Kulturkreis ein Grundnahrungsmittel, mit dem die meisten Positives ­verbinden. Da sind etwa die ­Erinnerungen an das gemeinsame Frühstück in Kindertagen oder ein feines Sandwich auf einer Schulreise. Seinen unvergleichlichen Geschmack erhält Brot durch die verschiedensten Röst- und Backaromen in der Kruste.

Doch obwohl es so fein schmeckt, zeigt sich seit einigen Jahren europaweit ein leicht rückläufiger Brotkonsum. Dafür gibt es zwei mögliche Ursachen: Die Low-Carb-Diäten etwa, die von Kohlenhydraten abraten, sowie vermutete und tatsächlich bestehende Unverträglichkeiten wie Zöliakie. Bei einer solchen müssen, sofern sie tatsächlich medizinisch abgesichert ist, glutenhaltige Getreide ebenso wie damit hergestellte Brote gemieden werden.

Gute Quelle für Vitamin B

Für alle anderen Menschen gilt: Brot lässt sich in eine ausgewogene, gesunde Ernährung integrieren. Denn es ist, mit Ausnahme von Weissbrot, eine gute Quelle für Nahrungsfasern, Vitamine der B-Gruppe, Mineralstoffe wie Zink und Magnesium sowie bioaktive Pflanzenstoffe. Für Leute, die aufs Gewicht achten müssen, ist es jedoch tatsächlich sinnvoll, weniger Brot und andere Kohlenhydratquellen zu essen.

Denn Kohlenhydrate liefern zwar Energie, aber sie beeinflussen das Insulin so, dass es Speicher aufbaut und gleichzeitig den Abbau der Fett- und Zuckerspeicher im Körper hemmt. Auch lohnt es sich, die Brotsorte bewusst auszuwählen. Beim Genuss eines Brotes, das viele Nahrungsfasern enthält, wie sie im Hafer- oder Roggenbrot vorkommen, gelangt der Zucker langsamer ins Blut. Auch Fett bremst den Blutzuckerspiegel-Anstieg, ebenso Zutaten wie Nüsse und Soja.

Bei allem Gesundheitsbewusstsein sollte man obendrein etwas nicht vergessen: den Genuss. Und was ist ein grösserer Genuss als frisches Brot mit Käse oder Butter oder auch einfach pur und frisch duftend? Dass ein Stück knuspriges Brot gesünder ist als Süssigkeiten, ist übrigens nach wie vor unbestritten.

Autor: Marianne Botta