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20. September 2014

Am Anfang ist das Pfaffenhütchen

Das erstaunliche Leben der Bohnenläuse.

Start ins Blattlausjahr, auf den frischen Blätten vom Pfaffenhütchen
Start ins Blattlausjahr, auf den frischen Blättern vom Pfaffenhütchen.
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Am Anfang ist das Pfaffenhütchen. In den ersten warmen Märztagen schlüpfen, aus den in Rindenritzen des Pfaffenhütchenstrauches überwinterten Eiern, die Stammmütter unserer Bohnenblattläuse. Die emanzipierten Blattlausfrauen können nun vom Frühling bis in den Herbst hinein auf ihre männliche Begleitung verzichten. Sie gebären nämlich ab sofort selbständig und in eigener Regie laufend Nachwuchs (Jungfernzeugung), welcher sich wiederum, in gleicher Weise, mit rasender Geschwindigkeit weiter vermehrt.

Fliesst der Saft in den Pfaffenhütchentrieben spärlicher, wird die nachfolgende Generation mit Flügeln versehen und kann sich nun auf unsere, inzwischen gepflanzten, Bohnen verschieben, wo die schwarzen Pflanzensauger ihren Saugrüssel geschickt in die saftführenden Leitbahnen einzuführen wissen. Durch den Innendruck im Leitsystem der jungen Bohnen, wird mehr Saft in die kleinen Sechsbeiner gespült als sie selber verwerten können. Das freut wiederum die Ameisen im Garten, die die überschüssige Nahrung gerne übernehmen und zum Dank ihre „Milchkühe“ gut betreuen und vor Feinden schützen.

Bei guten Bedingungen können von einer neu geborenen Blattlaus in 5 bis 6 Wochen bis zu einer Million Nachkommen entstehen, das erklärt das plötzliche Auftauchen einer grossen Anzahl von Tieren an den Bohnenpflanzen.

Werden die Temperaturen kühler und die Tage kürzer, sind nun auch die Männchen an der Reihe, welche ab jetzt geboren werden. Sie paaren sich mit der letzten Generation der nun wieder geflügelten Weibchen. Diese wechseln auf den Winterwirt, das Pfaffenhütchen, und gebären keine Jungen mehr, sonder legen jetzt äusserst winterharte Eier, gut geschützt in Rindenspalten.
In den ersten warmen Märztagen … aber das wissen wir nun schon.