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25. Januar 2016

Bloggen: Tools, Tipps und Tricks

Was es braucht und kostet, um regelmässig zu bloggen. Lesen Sie zum Thema auch das Porträt von «Mr & Mrs Little City» (rechts).

Mädchen liest einen Blog-Eintrag auf ihrem Blog
Mädchen liest einen Blog-Eintrag auf ihrem Blog (Bild: picjumbo.com).

Registrieren und loslegen: Bloggen ist in der Theorie tatsächlich sehr einfach – um «erfolgreich» zu sein, gibt es in der Praxis hingegen ein paar Hürden zu überspringen. Welche das sind und wie viel Anlauf es dafür braucht, zeigen die folgenden 10 Punkte:

1. Definieren Sie Thema und Publikum
Worüber möchten Sie schreiben und wer soll Ihre Texte lesen? Ist ein privates Online-Tagebuch angedacht oder soll ein breites Publikum angesprochen werden? Für Letzteres hilft ein klarer Themenfokus. Der ist bei einem privaten Blog nicht wichtig. Dort sollten Sie eher darauf achten, Beiträge und Fotos nur einem eingeschränkten Publikum zugänglich machen zu können. Das funktioniert zum Beispiel bei Tumblr tiptop.

2. Wo soll der Blog veröffentlicht werden?

Es gibt zahlreiche kostenlose Anbieter – der bekannteste heisst Wordpress . Dort lässt sich in wenigen Minuten ein kostenloses Profil erstellen und unter ihrname.wordpress.com veröffentlichen. Wer eine eigene Domain wie www.ihrname.ch nutzen will, muss jährlich 100 Franken an Wordpress und 15 Franken für die Internetadresse zahlen. Eine gute Alternative dazu ist Blogger.com .

3. Wie viel Knowhow ist vorhanden?

Wer seinen Blog bei Wordpress oder Blogger betreibt, ist auf sich selbst gestellt. Zahlenden Kunden wird zwar erste Hilfe geleistet, aber wer regelmässige Unterstützung benötigt, sollte zu einem Schweizer Anbieter ausweichen. Grosse Provider wie Hostpoint oder Webland bieten einen ähnlichen Funktionsumfang – aber deutlich besseren Support.

4. Reichweite stetig steigern

Wer schreibt, will gelesen werden. Weil die Leserinnen und Leser von sich aus aber nur äusserst selten auf neue Blogs stossen, müssen sie darauf aufmerksam gemacht werden. Dazu eignen sich Social-Media-Kanäle wie Facebook oder Twitter vorzüglich. Bei Ersterem hilft es, neue Blogposts in Gruppen zu posten, die sich für Ihr Thema interessieren. Bei Twitter posten Sie den Link – garniert mit den richtigen Hashtags.

5. Viralität ist alles – und nichts

Teilen, teilen, teilen und retweeten: Plötzlich nimmt ein Blogeintrag seinen Lauf und wird (hundert)tausend Mal geklickt. Ein Erfolg? Klar. Wichtiger ist aber, konstant zu veröffentlichen, statt ein «One-Hit-Wonder» zu sein. Viralität lässt sich nicht planen, regelmässig persönliche Geschichten auf eine inspirierende und witzige Art zu erzählen, hingegen schon. Darüber hinaus sind tolle Titel und hinreissende Bilder hilfreich.

6. Kontakte pflegen, aber nicht nur online.

Lesen Sie andere Blogs – das inspiriert. Abonnieren Sie diese und tauschen Sie sich mit Ihren Bloggerkollegen aus – auch offline. Aber auch der Kontakt mit Ihren Leserinnen und Lesern ist wichtig. Nur wer auf Kommentare antwortet, ist glaubwürdig. Das hilft gleichzeitig dabei, Leserinnen und Leser an sich zu binden und diese zu regelmässigen Besuchern Ihres Blogs zu machen.

7. Bilder - woher nehmen und nicht stehlen?

Das Urheberrecht nicht zu brechen, ist selbstverständlich. Bevor ein «gefundenes» Foto verwendet wird, muss der Urheber um Erlaubnis gefragt werden. Eine Alternative dazu sind Fotoagenturen, die Ihre Bilder gratis anbieten – zum Beispiel Picjumbo . Aber auch dort gilt: Die Quelle des Bildes ist immer zu nennen. YouTube-Videos hingegen können Sie problemlos einbinden.

8. Am Ball bleiben – zweifach!

Ist die Anfangseuphorie verflogen, kehrt der Alltag ein. Jetzt heisst es: am Ball bleiben, sich in Geduld üben und Spass haben. Am Ball bleiben müssen Sie übrigens auch bei der Technik! Auch Blog-Software muss regelmässig aktualisiert werden, um Hackerangriffe abzuwehren. Dabei hilft Ihnen der unter den Punkten 2 und 3 gewählte Anbieter.

9. Hobby (nicht) zum Beruf machen

Es gelingt den wenigsten Bloggern, damit Geld zu verdienen. Setzen Sie sich deshalb nicht zum Ziel, später davon Leben zu können. Auch Gratisprodukte oder Eventeinladungen sollten nicht im Fokus des Blogs stehen – bleiben Sie sich selbst treu und vor allem: unabhängig. Subjektive Beiträge sind auf Blogs zwar sehr erwünscht, aber Abhängigkeit zu Firmen ist verpönt.

10. Probieren, Fehler machen, probieren, ...

Niemand ist perfekt. Und niemand weiss alles. Deshalb sind Fehler keine Schande, sondern eine Chance. Wer richtig damit umgeht, profitiert: Löschen Sie fehlerhafte Passagen nicht, sondern korrigieren Sie die falschen Informationen (oder ähnliches) mit einem Update oder einem neuen Blogeintrag. Damit beweisen Sie wahre Grösse – Ihre Leserinnen und Leserinnen werden es belohnen.

11. Was sind Ihre Erfahrungen?

Bloggen ist so individuell und persönlich, dass diese zehn subjektiven Tipps noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Blog gemacht? Teilen Sie diese in der Kommentarspalte und verraten Sie Ihre Tipps.

Autor: Reto Vogt