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05. März 2012

Blöde Kuh!

Reimkünstler Jay-Z und seine Angetraute Beyoncé liessen — wir hattens davon — den Namen ihrer frischgeborenen Tochter Blue Ivy um der Einzigartigkeit willen als Trademark eintragen. Und zwecks späterer Vermarktung, vermutlich: Blue-Ivy-Nuggis! Blue-Ivy-Bébésitz! Blue-Ivy-Feuchttüchlein! Blue-Ivy-Babyshampoo! Brennt nicht in den Augen! An eines freilich haben der Starrapper und die Sängerin nicht gedacht: auch die eigenen Namen zu schützen. Und, schwupps, erblickte am 17. Februar in Biel, Switzerland, ein Jay-Z Darbellay das Licht. Wirklich wahr, ich verarsche Sie nicht! Heissen wir das kleine Kerlchen — 2930 Gramm, 47 Zentimeter — willkommen und wünschen wir ihm alles erdenklich Gute! Und dass er später, standesgemäss, die Frau seiner Träume finde. Beyoncé Tschümperlin, vielleicht?

Gibts bald Blue-Ivy-Babyshampoo?

Apropos Wochenbett. Kathrin aus Bern erzählt, derweil sie seinerzeit mit Söhnchen Simon im Frauenspital gelegen habe, hätte ihre Erstgeborene Andrea auf dem grosselterlichen Bauernhof geweilt. Und dann habe Klein Andrea ihren Vater gefragt, ob sie die Mutter und das neue Brüderchen nicht noch mal im «Bettstall» besuchen gingen. Bettstall — was für eine Metapher! Womit wir beim Rindvieh wären. Leserin Michelle berichtet, sie hätten während einer Velotour en famille auf einer fernen Wiese zottelige Tiere erblickt. Sie sei der Meinung gewesen, es handle sich um Schafe; Mann und Sohn hätten darauf bestanden, es seien Kühe. Sie wollten es genau wissen, stiegen vom Rad und näherten sich der Wiese zu Fuss. Als sie auf halbem Weg waren, fingen die vermeintlichen Kühe an zu blöken. «Das ist ja nun wohl der Beweis!», frohlockte Mutter Michelle. Darauf der siebenjährige Ben: «Wieso? Ich kann doch auch Englisch.»

Gibts bald Blue-Ivy-Babyshampoo?
Gibts bald Blue-Ivy-Babyshampoo?

Der fünfeinhalbjährige Nevio wollte mit der «Zahnarztbahn» auf die Rigi fahren. Ein anderes Kind fragte einst, weshalb die Österreicher bei Skirennen «Tag Heuer» einblendeten: «Mama, ist ‹Tag Heuer› österreichisch für ‹Live›?» Und Gisela aus Worb schreibt: «Unsere Kleine konnte nicht verstehen, dass ich ein Zugbillett für die 2. Klasse löste, obschon sie doch erst die erste Klasse besuche. ‹Mami, da hesch ume einisch rächt bschisse, i bi de im Fall ersch ir erschte Klass!›»

Ihr Glücklichen, die ihr noch kleine Kinder habt! Ihr dürft jetzt wieder ­«Dominik Dachs» schauen. Ein Hoch aufs Schweizer Fernsehen, dass es das good old Guetnachtgschichtli wieder eingeführt und gleich mit dem Helden meiner Kinderjahre begonnen hat: Dominik Dachs. Ein ewiger Wert, bei dem Mann wieder zum Buben wird. Genau wie bei Wolfgang Ecke: Seit einigen Wochen lösen Hans und ich vor dem Einschlafen jeweils einen Ratekrimi meines einstigen Lieblingsautors; irgendwo kam ein altes Buch zum Vorschein. Grossartig, wie liebevoll Ecke seine Figuren porträtiert, besonders die Gauner, wie humorvoll er seine Schauplätze skizziert: Berlin, Zürich, Stockholm, Paris und immer wieder London. Warum bloss, fragte ich mich, ist es um meinen Wolfgang Ecke und seinen Warenhausdetektiv Perry Clifton so still geworden? Im Internet erfuhr ich zu meiner Bestürzung: Ecke starb, erst 55-jährig, bereits 1983 bei einem Unfall in Murnau am Staffelsee, als er versuchte, mit dem Auto einer Kuh auszuweichen. Ob diese Englisch sprach, ist nicht überliefert.

Die Hausmann-Hörkolumne , gelesen von Bänz Friedli (MP3)

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Bänz Friedli (46) lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Zürich.

Bänz Friedli live: 6. 3. Arbon TG, 10. 3. Münchenbuchsee BE.

Seine Internetseite: www.derhausmann.ch
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Autor: Bänz Friedli

Fotograf: Bänz Friedli