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06. Juni 2016

Blasen richtig behandeln

Blasen an den Füssen sind eine Qual. Aber nicht nur das: Wenn sie sich entzünden, kann dies zu schweren Infektionen führen, die einen Arztbesuch erfordern.

Mit Heftpflaster gegen Blasen
Heftpflaster können Blasen verhindern helfen. (Bild: Artem Furman/Fotolia)
Dr. med. Armin Bürgler, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, Sportmedizin SGSM
Dr. med. Armin Bürgler, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, Sportmedizin SGSM

Blasen entstehen, wenn Strümpfe oder Socken schlecht sitzen, nass sind oder durch Schuhe, die nicht passen. Durch vermehrte Reibung zwischen Socken und Schuh kommt es nämlich zu einer Ablösung zwischen den obersten Hautschichten. In den entstandenen Hohlräumen sammelt sich Flüssigkeit, und wenn die Schädigung tief liegt, auch Blut. Bei weiter anhaltendem Druck platzt die Blase auf. Es entsteht eine offene Wunde, die sehr schmerzhaft ist und eine Infektion auslösen kann.

Blasen müssen nicht sein

Mit der Wahl von gut sitzenden Socken und Schuhen können Blasen fast immer vermieden werden. Die Schuhe dürfen weder zu knapp noch zu gross sein. Die Ferse muss vor allem gut in die Kappe passen. Keinesfalls darf sie drücken oder gar reiben. Bei Wander-und Bergschuhen ist es wichtig, dass die Schuhe beim Gehen gut abrollen.

Nicht gut eignen sich für lange Wanderungen sogenannte technische Bergschuhe, die zum Klettern und zum Montieren von Steigeisen eine starre und flache Sohle haben. Da darin das Abrollen nur schwer möglich ist, kommt es zu vermehrter Reibung an der Ferse. Socken aus Hightech-Materialien mit verschiedenen Gewebezonen eignen sich besser als Wollsocken, die mehr Feuchtigkeit aufnehmen und eher rutschen.

Vorsorglich kann die gefährdete Zone mit Heftplaster oder Tape grosszügig und faltenfrei abgeklebt werden. Eine Massnahme, die auch Bergprofis anwenden. Wichtig für den guten Halt ist eine trockene, mit Seife entfettete Haut.

Wenn sich trotzdem kleine Blasen gebildet haben, sollen sie nicht eröffnet werden. Grosse, pralle, mit viel Flüssigkeit gefüllte werden mit einer desinfizierten Nadel am Rande aufgestochen und mit sanftem Druck entleert. Sie werden, wie die schon geplatzten, mit einem Desinfektionsmittel besprüht.

Danach klebt man ein Blasenpflaster (zum Beispiel Comfeel) auf und presst es gut an. Diese Pflaster haben eine Beschichtung aus Hydrokolloid, das mit der Feuchtigkeit der Blase aufquillt und eine hervorragende schmerzstillende und polsternde Wirkung hat.

Die Pflaster kann man solange belassen, bis die Druckschmerzen weg sind. Das kann mehrere Tage dauern. Keinesfalls darf die abgelöste Haut weggerissen werden, da sie die Wunde mechanisch und gegen eine Infektion schützt. Erst wenn sich darunter wieder eine trockene, neue Haut ­gebildet hat, kann man die trockenen Reste vorsichtig wegschneiden. ­Blasenpflaster kann man auch vorsorglich auf die gefährdeten Partien kleben. Auch hier gilt: Die Haut muss trocken und fettfrei sein.

Autor: Armin Bürgler