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11. August 2014

Bitte löschen!

Screenshot Google
Eine Google-Suche nach dem eigenen Namen kann böse Überraschungen mit sich bringen. (Bild: Screenshot Google)

Fotos von der bierseligen Abschlussfeier, ein diffamierender Zeitungsartikel oder streitbare Äusserungen in einem Internetforum: Eigentlich längst aus der Erinnerung verbannt, aber durch eine Google­Suche nach dem eigenen Namen ewig auffindbar. Ewig? Nicht ganz.

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass der Suchmaschinenbetreiber Ergebnisse löschen muss, wenn sie die eigene Persönlichkeit verletzen oder nicht mehr relevant sind.

Die Juristen begründen ihren Entscheid so: Obwohl Veröffentlichungen in der Ergebnisliste von Google lediglich Querverweise zu Webseiten sind, müssen auch diese die Datenschutzrichtlinien der EU erfüllen.

Einerseits ist die Löschpflicht erfreulich, weil viele Nutzer sehnlichst darauf gewartet haben. Andererseits ist der Entscheid höchst problematisch, weil er den Zugang zu Webseiten massiv erschwert und dadurch die Informations- und Meinungsfreiheit im Internet frontal angreift.

Google hat nun erstmals Zahlen veröffentlicht, wie das Unternehmen mit den Löschwünschen umgeht: Von 91 000 Anträgen zur Entfernung von 328 000 Links wurde ein Drittel abgelehnt, und bei 15 Prozent der Fälle um zusätzliche Infos gebeten. Wie viele bearbeitet wurden, hat das Unternehmen nicht bekannt gegeben.

Suchergebnisse ohne Ergebnisfilter gibts jedoch noch immer, und zwar auf der US-Site www.google.com/ncr .

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Autor: Reto Vogt