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24. Oktober 2016

Bewegung kennt kein Alter

Der Mensch ist trainierbar – bis ins hohe Alter. Die Kombination von regelmässiger körperlicher und geistiger Aktivität trägt in hohem Mass zur Erhaltung der Lebensqualität bei.

Tanzen ist besonders wohltuend
Tanzen ist besonders wohltuend für Körper und Geist. (Bild: David Sacks / Getty Images)

Schon um das Jahr 100 nach Christus hat der römische Dichter und Satiriker Juvenal mit dem Satz «mens sana in corpore sano», ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, Zusammenhänge zwischen körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit beschrieben.

Aufgrund von Studiendaten geht man davon aus, dass das Demenzrisiko eines Menschen etwa zur Hälfte genetisch bedingt, also angeboren ist. Die andere Hälfte unterliegt dem Einfluss unseres Lebensstils – und diesen bestimmen wir Menschen selbst.

Man hat zum Beispiel festgestellt, dass Musiker unter allen Berufsgruppen das geringste Demenzrisiko haben, wohl weil beim Musizieren alle Sinne und koordinativen Fähigkeiten in höchstem Masse aktiviert und gefordert werden. So haben heute aktives Musizieren und Bewegung zur Musik einen festen Platz in der therapeutischen Begleitung von Menschen mit demenzieller Erkrankung.

Viele Faktoren spielen mit

Was macht nun also das nicht genetisch bedingte Demenzrisiko aus? Im Wesentlichen wird es durch körperliche und geistige Inaktivität, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Depressionen erhöht. Studiendaten zufolge ist die körperliche Aktivität der wichtigste Einzelfaktor, der insbesondere Bluthochdruck und Diabetes und eine depressive Grundstimmung eindeutig positiv beeinflusst.

Körperliche Aktivität ist immer auch ein geistiges Training. Aktivitäten, die unsere koordinativen Fähigkeiten fordern, regen unser Hirn an, neue Nervenzellen zu bilden und neue Verbindungen zwischen ihnen zu schaffen. Deshalb sollte man Bewegung in der freien Natur, Wandern, Walken, aber auch das Tanzen einem eintönigem Sport in tristen Räumen vorziehen.
Umgekehrt verkümmern unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten, wenn sie nicht kontinuierlich gefordert werden.

Ältere Leute, die sich regelmässig bewegen, bleiben geistig fitter. Sie sind koordinativ geschickter und haben auch insgesamt weniger körperliche Beschwerden. Das wirkt sich besonders auf das Sturz­risiko positiv aus. 

Autor: André Dietschi