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10. August 2015

(Mehr) Bewegung bei Rückenproblemen

Über die Hälfte der 14-Jährigen hat Erfahrung mit Rückenproblemen. Deshalb ist Vorbeugen bereits im Kindesalter wichtig. So funktionierts.

Kind mit schwerem Rucksack
Der Rucksack oder Tornister sollte beiKindern und Jugendlichen nicht mehr als 10% des Körpergewichts betragen. (Bild: Getty Images)

Regelmässige Untersuchungen zeigen, dass in der Unterstufe noch fast keine Fehlhaltungen feststellbar sind, diese aber in der Oberstufe deutlich zunehmen. Das sind die Gründe:

Bewegungsmangel: Bewegung ist ein Grundbedürfnis der Kinder. Bereits im Säuglings- und Kleinkindesalter wird die Vernetzung von Gehirnzellen durch körperliche Aktivität vollzogen. Je länger Kinder nicht nur in der Schule, sondern auch in der Freizeit vor dem Computer sitzen, umso eher leiden sie an Rückenschmerzen.
So entsteht ein Teufelskreis: Kinder mit Schmerzen bewegen sich weniger. Dies führt zu Spannungskopfschmerzen, ungenügender Bewegungskoordination und Nackenstarre.

Übergewicht: In der Schweiz bringt jedes fünfte Kind zu viele Kilos auf die Waage, sieben Prozent der Kinder sind sogar krankhaft übergewichtig. Dies belastet den Bewegungsapparat übermässig. Bewegung wird mühsam, die Freude am Sport geht verloren. Sie sitzen mehr, was wiederum Rückenschmerzen begünstigt. Übergewichtige Kinder stürzen auch häufiger als normalgewichtige Kinder.

Schwerer Rucksack oder Tornister: Befragungen der Chiropraktoren haben gezeigt, dass das Tragen von schweren Schulsäcken Rückenschmerzen auslöst. Grundsätzlich sollte das Gewicht des Rucksacks zehn Prozent des Körpergewichts nicht übersteigen. Der Rucksack sollte über beide Schultern getragen und die Traglast auf Hüftgürtel und Rücken verteilt werden. Ist ein Kind zum Beispiel 30 Kilo schwer, sollte der Tornister oder Rucksack nicht über 3 Kilo wiegen.
Schüler, die in der Schule ein Pult oder Kästli zur Verfügung haben, leiden weniger oft an Rückenschmerzen, da sie weniger Schulmaterial mit sich tragen. Auch in der Freizeit tragen Kinder schwere Taschen. Doch diese «freiwillige» Belastung nehmen sie in der Regel als weniger gross wahr.

WAS KANN ICH FÜR MEIN KIND TUN?
Eltern sind auch in Sachen Bewegung und Haltung Vorbilder. Animieren Sie Ihr Kind so früh wie möglich zu Bewegung. Ihr Kind sollte verschiedene Sportarten ausprobieren und herausfinden, was ihm Spass macht!
Unterstützen Sie Ihr Kind in «seiner» Sportart, auch wenn sich Ihre Begeisterung in Grenzen hält.

Achten Sie darauf, dass das Pult und der Stuhl Ihres Kindes – zumindest zu Hause – in der Höhe verstellbar sind. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind übergewichtig ist, berechnen Sie den BMI (Wie? Site der Gesundheitsförderung Schweiz ) und suchen Sie wenn nötig Hilfe beim Kinderarzt oder bei der Ernährungsberatung.

Sollte Ihr Kind über Rückenschmerzen klagen, lassen Sie es von einem Arzt oder Chiropraktor auf Haltungsdefizite, Fehlfunktionen oder Krümmungen der Wirbelsäule untersuchen.

Kostenlose Untersuchung beim Chiropraktor
Im Rahmen einer Aktion von ChiroSuisse, dem Verband der Schweizer Chiropraktoren, werden auch dieses Jahr kostenlos Kinderrücken untersucht.
Am Samstag, 14. November 2015, öffnen deshalb viele Chiropraktoren ihre Praxen. Der Rücken Ihres Kindes wird untersucht, damit frühzeitig Haltungsschäden erkannt und korrigiert werden können.

Mehr Infos: www.chirosuisse.ch
Dr. Christa Joder, Chiropraktorin SCG/ECU, Sportchiropraktik FICS, Medbase Thun

Autor: Christa Joder