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10. April 2012

Bequemer Familienwagen aus Fernost

Mit dem i40 Wagon lanciert der südkoreanische Autohersteller Hyundai einen Kombi der Mittelklasse. Leserfamilie Kluser aus St. Gallen hat den Wagen getestet. Ihr Fazit: günstig und komfortabel, aber etwas wenig Stauraum.

Hyundai i40
Familie Kluser (Daniela, Gian, Luca, Roger) schätzt dei bequeme Fahrweise des Hyundai i40 Wagon, bräuchte aber mehr Platz, um Ausflüge zu unternehmen.

Normalerweise gehen wir ohne Auto in den Wald», sagt Roger Kluser lachend, als wir die St. Galler Familie mit dem Hyundai i40 Wagon ablichten. Die Klusers testen eine Woche lang, ob der Kombi das ihm gesteckte Ziel erreicht: Damit will Südkorea in der Mittelklasse zu Europa und Japan aufschliessen. «Er sieht sportlich aus», findet Roger Kluser. «Über die Front kann man streiten, Design ist halt Geschmackssache.»

Der Hyundai lenkt sich selbst in die Parklücke

Die erste Prüfung ist der Einstieg. «Ich bin 1,86 Meter gross, da wird es um den Kopf eng», sagt der 37-jährige Elektroniker. Kaum drin, strahlt er übers ganze Gesicht. «Alles wirkt hochwertig und sauber verarbeitet.» Und auch die 40-jährige Daniela Kluser fühlt sich sofort wohl: «Das Raumgefühl ist toll, selbst hinten gibt es viel Platz für lange Beine.» Sie vermisst aber eine Durchladeluke in der Rückbank, und wenn man die Rücklehnen umklappe, sei die Fläche nicht ganz eben. «Der Laderaum ist nicht klein, aber eben durchschnittlich und für uns mit den Kindersachen eher knapp», sagt sie. Der fünfjährige Luca und der dreijährige Gian finden den Panoramablick durch das Glasdach prima. Alle vier loben die gute Geräuschdämmung, die den Kombi leise macht.

Die beiden Buben sind begeistert vom aufklappbaren Panoramaglasdach.
Die beiden Buben sind begeistert vom aufklappbaren Panoramaglasdach.

Etwas enttäuscht sind die Klusers vom Benzinverbrauch. «Statt der versprochenen 5,1 Liter benötigten wir 6,4 Liter», sagt Roger Kluser nach 850 Testkilometern. Der Mehrverbrauch hat mit den breiten Winterpneus des Testautos zu tun und damit, dass es über kein Stopp-Start-System verfügt (optional). «Unser siebenjähriger Skoda Octavia Combi ist sparsamer. Dafür gefällt der 136-PS-Diesel mit viel Kraft, sobald er das Leistungsloch bis 2000 Touren überwunden hat», sagt Roger Kluser.

Gut ist hingegen das Fahrgefühl. «Der Hyundai fährt sich sehr angenehm, es ist mehr ein Gleiten als ein Fahren. Gleichzeitig wirkt er ziemlich sportlich», sagt Daniela Kluser. Zum Parkieren meint sie: «Die Übersicht wird durch die breiten Fenstersäulen behindert. Trotzdem ist das Parken dank der Sensoren leicht.» Genial findet sie den Parklenkassistenten: «Knopf drücken, das Auto misst die Lücke und lenkt selbst hinein.»

Alles in allem kommt das Auto bei den Klusers gut an. Mit knapp 40'000 Franken (das Basismodell gibts ab rund 31'000 Franken) ist der i40 preiswert; fünf Jahre Garantie sind inklusive. «Der i40 hält locker mit der Konkurrenz mit», lobt Roger Kluser: «Aber für uns käme er kaum in Frage: Unser eigener Kombi hat ein paar entscheidende Liter mehr Ladevolumen.»

CO2-Richtwerte und -infos

CO2-Richtwerte
CO2-Richtwerte.

2015 sollen Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km CO2 ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten Werts (2010: 161 g/km) aus, bedeutet das für 2012 einen Richtwert von 149 g/km. Der i40 liegt mit 134 g/km bereits darunter.

Weitere Informationen zu unserem Bewertungssystem:

Das Bewertungssystem des Migros-Magazins für neue Personenwagen

Neues CO2-Emissionsgesetz

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Per 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die ab dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert werden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer für Benziner entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 müssen ihn 65 Prozent der Neuwagen, 2013 dann 75 Prozent und im Jahr darauf 80 Prozent der neuen Personenwagen erfüllen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 161 Gramm pro Kilometer im Jahr 2010 (die Werte für 2011 liegen noch nicht vor). Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 150 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa 149 Gramm pro Kilometer für 2012. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Timothy Pfannkuchen

Fotograf: Oliver Lang