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25. Februar 2013

Bello ist ganz Ohr

Hunde sind die besseren Zuhörer, denn sie kritisieren den Erzähler nicht. Das macht die Vierbeiner zu zuverlässigen Therapeuten für Kinder mit einer Leseschwäche.

Hunde beruhigen Kinder mit Leseschwäche.
Ohne Druck vorlesen: Hunde beruhigen Kinder mit Leseschwäche. (Bild: Getty Images)

Leseschwäche hat verschiedene Ursachen, die bei jedem betroffenen Kind anders sind. Eines verbindet aber die unter der sogenannten Dyslexie leidenden Kinder: Die meisten haben in der Klasse schon schlechte Erfahrungen gemacht, wurden wegen ihrer Leseschwäche ausgelacht oder gehänselt. «Das Lesen ist für sie mit schlechten Gefühlen verbunden», sagt die Logopädin Sandra Fischer (28) aus Dietikon ZH. Hunde sind geeignet, die guten Gefühle beim Lesen zurückzubringen.

Hunde sind perfekte Zuhörer, auch Sandra Fischer setzt die Vierbeiner bei ihrer Arbeit ein. «Die Lesefreude des Kindes muss geweckt werden, das ist von zentraler Bedeutung», sagt die Logopädin. «Der Hund vermittelt den Kindern sowohl Ruhe als auch Motivation. Er nimmt jede Person so an, wie sie ist, und wertet nicht.» Ganz ohne Druck könnten die Kinder wesentlich entspannter an die Aufgabe herangehen, erklärt sich Sandra Fischer den Erfolg der Therapie. In den USA helfen bereits Tausende von «Lesehunden» Kindern beim Überwinden von Leseschwächen, in Europa ist das Therapiekonzept hingegen noch neu. Die Buchautorin Kimberly Ann Grobholz (67) hat die Methode von Amerika zu uns gebracht, das erste Projekt startete sie 2008 in München. Man habe in den USA auch andere Tiere ausprobiert, aber keines funktioniere so gut wie der Hund, erklärt Kimberly Ann Grobholz.

Neben den in der Schweiz noch wenig verbreiteten Therapiehunden gibt es für leseschwache Kinder verschiedene Förderprogramme. Und auch Computerhilfen bringen gute Resultate, so etwa die Software Dybuster, eine gemeinsame Entwicklung von ETH und Universität Zürich.

Autor: Andrea Fischer