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22. Oktober 2012

Beam me up, Scotty!

Mit der Kälte kommt auch wieder die Heimkinozeit. Mehr Kinofeeling als ein riesiger Flachbildfernseher bietet ein Beamer mit Soundanlage. Film ab.

Heimkino
Für jedes Bedürfnis den richtigen Beamer: Im dunklen Heimkino reicht auch eine geringe Lichtstärke für ein gutes Bild. (Bild: Getty Images)

Wie viele andere elektronische Geräte sind auch die Projektoren in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden. Und auch kleiner: Heute gibt es 300 Gramm leichte Mini-Beamer oder sogar im Handy eingebaute Projektoren (so im Samsung Galaxy Beam), die in abgedunkelten Räumen Bilder von über zwei Meter Diagonale an die Wand werfen können. Fürs richtige Heimkino sind diese kleinen LED-Projektoren jedoch zu lichtschwach. Und auch bei Tageslicht ist damit nicht mehr viel zu sehen. Besser geeignet sind die grossen LCD- oder DLP-Projektoren mit HD- beziehungsweise Full-HD-Auflösung. Zwar kann HD nur ab Blu-ray-Disc oder HDTV-Kanal projiziert werden, doch auch mit der Upscaling-Funktion werden damit normale DVDs besser angezeigt.

Beim Kauf eines Beamers sollte man sich nicht von hohen Kontrastwerten und Lichtstärken blenden lassen. Wer vor allem im abgedunkelten Heimkino Filme schaut, kommt mit etwa 1000 Ansi-Lumen aus, dafür sollte der Kontrast hoch sein, damit die Farben gut zur Geltung kommen und Schwarz wirklich schwarz ist. Umgekehrt bei einem Beamer, der auch mal bei Tageslicht oder sogar draussen für einen grossflächig gezeigten Fussballmatch zum Einsatz kommen soll: Hier ist vor allem eine hohe Lichtstärke gefragt. Relativ lichtstark sind die günstigen Datenprojektoren, die zwar für Präsentationen geeignet sind, fürs Heimkino aber nur eingeschränkt. Oft haben diese einen tiefen Kontrastwert, sind nicht HD-fähig und haben ein lautes Lüftergeräusch.

Die meisten Modelle arbeiten mit LCD- oder DLP-Technik. Bei LCD wird mitunter ein geringerer Kontrast bemängelt, bei dem Schwarz eher schal wirkt. Bei DLP hingegen ist manchmal die Farbdarstellung nicht optimal. Letztere Beamer haben dafür oft eine kürzere Reaktionszeit als LCD-Beamer. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, sodass es schliesslich keine grosse Rolle spielt, für welche Technologie man sich entscheidet. Am besten, man wählt nach dem eigenen Empfinden und sieht sich das projizierte Bild eines Beamers vor dem Kauf an.

Lüftergeräusch: Wer ruhige Filme den lauten Actionstreifen vorzieht, sollte darauf achten, dass das Lüftergeräusch möglichst niedrig ist. Ein angegebener Wert von unter 30 Dezibel ist erträglich, ab 35 Dezibel wirds störend. Im Eco-Modus sind viele Beamer leiser als im Normalbetrieb.

Lens shift: Wer direkt vor der weissen Wand oder vor der Leinwand keinen geeigneten Platz für den Beamer findet, hat die Möglichkeit, das Gerät (sofern es eine Lens-shift-Funktion hat) seitlich oder in der Höhe versetzt zu installieren. Ein Beamer mit Lens shift ist in der Lage, das Bild schräg zu projizieren, ohne es zu verzerren.

Kontrastwert: Bei den Angaben über den Kontrastwerte handelt es sich mitunter um Fantasiezahlen, denen man nicht blind vertrauen kann und die sich kaum vergleichen lassen.

Ton: Ein oft vergessenes Kriterium ist der Ton. Da ein Beamer keine oder nur schlechte Lautsprecher besitzt, benötigt man zumindest fürs Heimkino eine Soundanlage. Zudem brauchts eine Quelle für Filme und TV wie etwa einen DVD- oder Blu-ray-Player, eine Spielkonsole, eine TV-Settop-Box.

Autor: Felix Raymann