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27. Juli 2015

In andere Währungen anlegen?

Der Frankenschock hat auch die Anleger getroffen. Lohnt es sich überhaupt, in andere Währungen zu investieren? Dafür wurde die Schweiz zur Goldgrube für ausländische Investoren.

Seit 2002 hat der SMI 40 Prozent zugelegt
Seit 2002 hat der Swiss Market Index 40 Prozent zugelegt. Ein ausländischer Investor, der in Dollar rechnet, hat dank des starken Frankens jedoch 150 Prozent verdient – ohne ausgeschüttete Dividenden.

Der Franken ist die härteste Währung der Welt. Für Schweizer Anleger ist das ein Problem. Umgekehrt ist unser Aktienmarkt für alle aus-
ländischen Investoren eine wahre Goldgrube. Sie profitieren nämlich doppelt: vom Währungsgewinn und den steigenden Aktienkursen.

So konnte ein Amerikaner mit Nestlé-Aktien richtig reich werden. Anfang 2002 bezahlte er pro Aktie 21 Dollar (35 Franken zum Kurs von –.60 $/Fr.). Bis heute ist der Wert auf 74 Dollar gestiegen (69 Franken zum Kurs von 1.07 $/Fr.). Und zusätzlich hat er noch Dividenden von insgesamt 20 Dollar eingestrichen. Seine Investition hat sich somit mehr als vervierfacht.

In der obigen Grafik sehen Sie am Beispiel der Schweizer Börse, wie sich ein Kursanstieg von 40 Prozent auf Frankenbasis zu einem Gewinn von 150 Prozent in Dollar verwandelt hat – dank des zusätzlichen Profits aufgrund der Frankenaufwertung. Bei diesen Traumrenditen erstaunt es auch nicht, dass die Sparer weltweit Schlange stehen, um in Frankenanlagen zu investieren.

Genau spiegelbildlich ist die Situation für den Schweizer Anleger, der im Ausland investiert: Regelmässig hat der Währungsverlust einen Teil des Börsengewinns wieder aufgezehrt.
Sicherheitsorientierte Anleger sollten dieses Wechselkursrisiko deshalb vermeiden, indem sie primär auf dem Heimmarkt investieren.

Doch falls der Franken auch künftig zu den stärksten Währungen gehören wird: Sollte man dann nicht gänzlich auf Investitionen im Ausland verzichten?
Was gegen eine solche Strategie spricht, ist das Klumpenrisiko: Der Schweizer Aktienmarkt ist stark abhängig von seinen drei Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche. Gemeinsam kommen sie im Swiss Market Index auf einen hohen Anteil von 60 Prozent. Mit einer dosierten Beimischung von ausländischen Aktien können Sie Ihr Portfolio somit besser diversifizieren. Tipps und Beispiele dazu finden Sie im Internet unter Blog.migrosbank.ch. Fazit: Nicht nur die Schweizer Exporteure und die Tourismusbranche hoffen auf eine Abwertung des Frankens. Auch die privaten Anleger und die Pensionskassen kämpfen mit den Herausforderungen der starken Heimwährung.

Aktuell auf Blog.migrosbank.ch: Der starke Franken als Bremsklotz für Anleger.

Autor: Albert Steck