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22. Februar 2016

Iran: Ausflüge und Reisetipps

Die beste Reisezeit, Verhaltensregeln, gute Hotels und Restaurants sowie attraktive Ausflugsziele: Die Islamische Republik Iran hat Reisenden einiges zu bieten. Lesen Sie dazu auch die Reisereportage (rechts: «Durch das Land der Ayatollahs»).

Felsengräber Iran
Die Felsengräber der persischen Könige: Unweit von Persepolis liegt Naqsch-e Rostam, wo neben Darius I. auch einige seiner Nachfahren in mächtigen Felsengräbern bestattet sind.

Reisezeit und Anreise

Eine Auswahl der wichtigsten Reiseziele im Iran.
Eine Auswahl der wichtigsten Reiseziele im Iran.

Die Sommer sind heiss, die Winter kalt, beste Reisezeiten sind deshalb Mitte April bis Anfang Juni sowie Ende September bis Mitte November. Direktflüge ab der Schweiz gibt es keine, mit diversen Fluggesellschaften fliegt man je nach Saison ab 500 Franken pro Person. Auch Individualtouristen können das Land bei guter Vorbereitung problemlos bereisen. Sollten sich die Hoffnungen der iranischen Touristiker erfüllen, besucht man das Land am besten jetzt noch – bevor der Mainstream es entdeckt.

Visum

Schweizerinnen und Schweizer brauchen für den Iran ein Visum. Aussergewöhnlich ist dabei, dass man dafür seine Fingerabdrücke abliefern muss (die Iraner müssen das für die Schweiz ebenfalls, deshalb haben sie es auch eingeführt). In jedem Kanton ist eine bestimmte Polizeistelle fürs Abnehmen der Fingerabdrücke von Iran-Visum-Antragstellern zuständig, in Zürich zum Beispiel die Kantonspolizei in Winterthur.

Iran-Spezialist Riahi Travel

Das iranische Ehepaar Sadegh und Iran Riahi lebt schon seit Anfang der 80er-Jahre in der Schweiz und führt das Reisebüro Riahi Travel in Zürich. Sie sind sehr erfahren und im Iran exzellent vernetzt, weshalb sie auch für andere Reiseveranstalter Gruppenreisen organisieren, die Iran Riahi teilweise persönlich begleitet. Aber sie arrangieren auch Reisen für Individualtouristen und können wertvolle Tipps geben und Kontakte vermitteln.

Verhaltensregeln

In allen grossen Städten gibt es Basare mit prächtigen Teppichen. Kontakte zwischen unverheirateten Männern und Frauen sind dort unvermeidlich – und trotz offiziellen Verbots stört sich niemand daran.
In allen grossen Städten gibt es Basare mit prächtigen Teppichen. Kontakte zwischen unverheirateten Männern und Frauen sind dort unvermeidlich – und trotz offiziellen Verbots stört sich niemand daran.

Im Iran gilt offiziell die Scharia, die dem Alltag viele religiöse Verhaltensregeln auferlegt. Theoretisch. Praktisch merkt man davon nicht allzu viel. Alle Frauen müssen ein Kopftuch tragen, aber es kann recht weit zurückrutschen, ohne dass sich daran jemand stört. Auch sonst müssen Frauen Arme und Beine bedeckt halten (das gilt ebenso im heissen Sommer), Männer müssen lange Hosen tragen, T-Shirts sind aber kein Problem. Eigentlich sind Kontakte zwischen unverheirateten Männern und Frauen in der Öffentlichkeit untersagt, in den grossen Städten stört sich jedoch niemand daran. Vorsicht geboten ist beim Fotografieren von staatlichen Anlagen oder Institutionen – es gab diverse Vorfälle, wo Leute deswegen der Spionage verdächtigt wurden, was ab und zu mit einem Besuch im Gefängnis endete. Auch sollte man sich von allfälligen politischen Demonstrationen besser fernhalten.

Hotels

Teheran

Dachterrasse mit tollem Blick über Teheran im Hotel Mashad.
Dachterrasse mit tollem Blick über Teheran im Hotel Mashad.

Hotel Mashad *** : Einfaches Mittelklassehotel mit schöner Dachterrasse an zentraler Lage. Es befindet sich direkt neben einer U-Bahn-Station und unmittelbar neben dem Gelände der ehemaligen US-Botschaft, wo 1979–1981 die Geiselnahme stattfand. Pro Nacht ca.: 130 Fr.

Hotel Espinas ***** , im Zentrum/Nord, ca. 260Fr.

Hotel Fedowsi **** , in der Nähe des Bazars, ca. 190 Fr.

Shiraz

Innen sehr viel hübscher als aussen – Hotel Homa in Shriaz.
Innen sehr viel hübscher als aussen – Hotel Homa in Shriaz.

Hotel Homa ***** : Gutes Erstklasshotel an zentraler Lage. Das Hotelrestaurant bietet ein umfangreiches Büffet mit persischen Spezialitäten. Pro Nacht ca.: 150 Fr.

Hotel Aryo Barzan **** , ca. 150 Fr.

Hotel Karimkhan *** , ca. 120 Fr.

Isfahan

Tolles Frühstücksbuffet im Hotel Abbasi.
Tolles Frühstücksbuffet im Hotel Abbasi.

Hotel Abbasi ***** : Prachtvolles Erstklasshotel in einer ehemaligen Karawanserei, mit wunderschönem Garten und einer Atmosphäre wie aus 1001 Nacht. Fantastisches Frühstücksbuffet in einem prächtigen Saal. Pro Nacht ca. 210 Fr.

Bekhradi House **** : kleines Boutique Hotel in einem historisches Familienhaus aus dem 17. Jahrhundert mit ausgezeichneter Küche, ca. 160 Fr.

Kashan

Amerika House , ein gehobenes Boutique Hotel in einem historischen Herrenhaus mit bezaubernder Atmosphäre, pro Nacht ca. 190 Fr.

Manouchehri House , ein stilvolles Boutique-Hotel in glanzvoll renoviertem historischen Herrenhaus, ca. 150 Fr.

Yazd

Moshir-al-Mamalek Garden Hotel **** , mit grosszügigem Garten aus dem 19. Jahrhundert, pro Nacht ca. 150 Fr.

Hotel Dad ****, ein Neubau in traditioneller Architektur, ca. 150 Fr.

Hotel Mozafar *** , Boutique-Hotel in historischem Herrenhaus, ca. 120 Fr.

Kulinarisches

Man isst ausgezeichnet im Iran, die Gerichte sind durchwegs kräftig und orientalisch gewürzt, ohne je scharf zu sein. Suppen, Reis, Fladenbrot, Gemüse und auch Rind-, Lamm- und Pouletfleisch stehen überall auf der Karte. Sehr zu empfehlen ist die Granatapfel-Sauce mit Nüssen (robe anar), eine sämige süss-sauer-salzige Mélange, die es oft mit Pouletstücken, aber auch mit Gemüse gibt. Zudem mögen Iraner Süsses, was zu einer grossen Vielfalt an köstlichen Süssspeisen führt. Das Land ist ausserdem ein grosser Nussproduzent, weshalb sich überall Läden mit Nüssen aller Art finden. Neben den lokalen Gerichten finden sich in den Städten Lokale mit Pizzas oder Burger, in Teheran auch einige gute internationale Restaurants. In den grossen Städten kann man zudem auch Salate und Früchte ohne das Risiko von Magenproblemen geniessen. Für Reisende aus der Schweiz ist alles sehr günstig, einzelne Edellokale in Teheran haben allerdings Zürcher Preise.

Restaurants

Teheran

Divan : Ausgezeichnete persische Spezialitäten, modern interpretiert. Hauptgänge kosten ca. 20 Franken.

Sam Café : Treffpunkt der wohlhabenden Jugend Teherans; gute Kaffees und Tees sowie kleine Mahlzeiten.

Gilaneh: Spezialitäten vom Norden Irans, Tel. +98 21 2204 0324, +98 21 2205 5335,Mediterraneo Shopping Mall Saba Blvd Nelson Mandela Ave

Shater Abbas : traditionelle iranische Küche, Tel. +98 21 2266 7761 - 3, Park Way junction Vali-e-Asr Ave

Isfahan

Romanos : Atmosphärisches Lokal in einem ehemaligen Hamam im Armenier-Quartier. Ausgezeichnete persische Küche.

Shahrzad (beim Chehar Bagh): eines der schönsten Restaurants Isfahans, Tel. +98 31 1220 4490, Abbas Abad St Chahar Bagh Abbasi Ave

Partikan (beim grossen Platz): traditionelle iranische Küche, Tel. +98 31 3221 4247, Sadi St Imama Sq

Shiraz

Sharze (beim Bazar): traditionelle iranische Spezialitäten, Tel. +98 71 3224 1963, Zand Blvd Zand Underpass

Sufi (Satarkhan Strasse): internationale und traditionelle Küche, Tel. +98 71 3628 4011, +98 71 3649 1515, Sattar Khan Blvd

Shapoorihaus (ein historisches Gebäude von Ende 19. Jahrhunderts): Spezialitäten aus Shiraz, Tel. +98 71 3234 7491, Anvari St

Verkehr

Der tägliche Verkehrsstau in Teheran.
Der tägliche Verkehrsstau in Teheran.

Iran ist mit Flugzeugen, Zügen und Bussen gut erschlossen, der Verkehr funktioniert zudem recht zuverlässig. Problematisch ist einzig das konstante Verkehrschaos in den grossen Städten, wo man mit dem Auto auch schon mal zwei, drei oder vier Stunden in einem Stau stecken bleiben kann. Die Luftverschmutzung ist entsprechend hoch, nicht zuletzt weil wegen der Wirtschaftssanktionen viele ältere Fahrzeugmodelle unterwegs sind. In Teheran gibt es eine U-Bahn mit fünf Linien, die weiter ausgebaut werden soll.

Attraktionen und Ausflüge

Tabiat Bridge in Teheran: Eine eindrücklich geschwungene, luftige Fussgängerbrücke, die zwei Parks im Norden der Stadt miteinander verbindet. Die Brücke und ihre vielen umliegenden Restaurants sind abends und am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel für junge Teheranis.

Frisch gepresster Granatapfelsaft am Rande des Wanderwegs.
Frisch gepresster Granatapfelsaft am Rande des Wanderwegs.

Wanderung auf den Darakeh im Norden Teherans: Ein beliebtes Ausflugsziel der Städter, der Wanderweg führt durch eine schöne, karge Berglandschaft, an vielen kleinen Ständen und Lokalen vorbei. Unbedingt einen frisch gepressten Granatapfelsaft probieren und ein warmes Fladenbrot gefüllt mit Nüssen und Datteln geniessen.

Schah-Palast: Einen Besuch wert ist auch der Niavaran-Palastkomplex im Norden Teherans. In einem weitläufigen Parkgelände stehen diverse alte Gebäude, die als Museen das Leben der früheren Schah-Familie zeigen, darunter auch die persönlichen Wohnräume, die im frühen 20. Jahrhundert entstanden und europäischen Herrschaftshäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert nachempfunden sind.

Die Felsengräber der persischen Könige : Unweit von Persepolis (nahe Shiraz) liegt Naqsch-e Rostam, wo neben Darius I. auch seine Nachfahren Xerxes, Artaxerxes I. und Darius II. in mächtigen Felsengräbern bestattet sind.

Ali Ebne Hemseh Mausoleum
Ali Ebne Hemseh Mausoleum

Ali Ebne Hemseh Mausoleum in Shiraz: Sieht von aussen aus wie eine Moschee, ist aber das Grab eines Heiligen und bietet im Inneren des Kuppelbaus eine funkelnde Spiegelwelt, die man nicht verpassen sollte. Achtung: Frauen müssen Tschador tragen, kann an der Kasse ausgeliehen werden.

Eram Botanical Garden in Shiraz: Ein hübscher Park, der im 11. Jahrhundert angelegt wurde und heute von der Universität Shiraz zu botanischen Forschungen genutzt wird. Bevölkert wird er von für westliche Verhältnisse ungewöhnlich vielen jungen Leuten, die dort die Gelegenheit nutzen, sich beim Flanieren in kleinen Gruppen unverfänglich zu beäugen.

Armenierviertel in Isfahan (Jolfa): Eine alte christliche Enklave mitten in der Stadt. Bietet viele moderne Geschäfte und Kaffeehäuser, ein abendliches Ausflugsziel auch der muslimischen Jugend. Mitten drin die grosse Vank-Kathedrale mit eindrücklichen Wandmalereien.

Yazd: Die Stadt liegt am Rande der zentraliranischen Wüste und war einst Hochburg der zoroastrischen Religion . Sehenswerte Altstadt mit Feuertempel, Windtürmen und Wassermuseum.

Autor: Ralf Kaminski

Fotograf: Ralf Kaminski